Corona-Krise setzt Tierheime unter Druck. Die Corona-Krise hinterlässt auch bei Institutionen für die Abgabe und Vermittlung von Haustieren ihre Spuren. Die finanzielle Belastung ist seither gestiegen.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 03. Februar 2021 (03:56)
Brigitte Prohaska kümmert sich mit Leib und Seele um in Not geratene Tiere. Ihr Privatgrundstück hat sie 2008 in das Wienerwaldtierheim umfunktioniert.                                                                                                
privat 

Das Wienerwaldtierheim in Rauchengern kümmert sich seit 2008 um Tiere in Not. Die Vermittlung von Hunden steht im Vordergrund, aber auch Katzen und Kleintiere werden über ein Netzwerk weitergegeben. In Zusammenarbeit mit Pflegestellen, Tierärzten und anderen Tierheimen werden heimatlose Haustiere betreut und neue Plätze für sie gesucht. Zur Zeit suchen 60 Tiere im Netzwerk von Prohaska ein neues Zuhause.

„Seit dem Beginn der Corona-Krise verzeichnen wir einen kleinen Anstieg bei den Anfragen. Die persönliche Besichtigung eines Hundes ist aufwendiger geworden“, berichtet Brigitte Prohaska, Betreiberin des Wienerwaldtierheims. Ein Besuch im Tierheim ist momentan nicht möglich. Bei Interesse an einem speziellen Hund wird dieser an eine Mitarbeiterin übergeben, die zur Zeit nur außerhalb des Geländes tätig ist. Sie übernimmt das Kennenlern-Treffen mit Hund und Interessenten. Im Tierheim selbst sind vor allem ältere und große Hunde untergebracht. Diese sind am schwersten zu vermitteln und bleiben oftmals bis zu ihrem Ableben im Heim. Junge und kleinwüchsige Hunde finden schneller einen Platz. Für diese treffen mitunter über 100 Anfragen ein.

Die finanzielle Lage ist nicht rosig. Zwei Tonnen Futter pro Monat und Tierarztrechnungen müssen bezahlt werden. Ist die Vereinskassa leer und es stehen notwendige Operationen an, bezahlt das Kernteam, bestehend aus drei Personen, die Rechnung aus der eigenen, privaten Tasche. „Bei uns erhält jedes Tier die notwendige Fürsorge und medizinische Versorgung. Notfalls auch auf unsere Kosten“, bestätigt Prohaska.

Futterspenden und Geld helfen bei Versorgung

Sachspenden wie Trocken- oder Feuchtfutter werden dankbar angenommen. Versorgt werden nicht nur die Tiere im Heim, sondern auch die Tiere, die bei Pflegestellen untergebracht sind.

Finanzielle Spenden helfen vor allem bei der Bezahlung der hohen Tierarztrechnungen. Den notwendigen Auslauf finden die Hunde am großen Gelände des Tierheims oder beim Besuch auf dem Abrichteplatz einer ehrenamtlichen Helferin. Auch bei diesen Ausflügen müssen die Corona-bedingten Maßnahmen eingehalten werden. 

Bis jetzt ist keine erhöhte Abgabe von Tieren bemerkbar, außer bei Kaninchen. Warum das so ist, weiß man nicht. Bleibt zu hoffen, dass nach einer Normalisierung unseres Alltagslebens keine schweren Zeiten auf Tiere und Heime zukommen.

Infos zu den Tieren und Spendemöglichkeiten sind unter www.wienerwaldtierheim.com oder info@wienerwaldtierheim.com zu finden.