Darf’s ein Peckerl sein?. Der Körperschmuck ist längst nicht mehr eine Subkultur, sondern wird mittlerweile in der breiten Gesellschaft akzeptiert.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 13. April 2018 (01:18)
NOEN, Trenker
Mika Freitag in Aktion in seinem Tattoo-Studio in Pressbaum.

In den letzten Jahren werden Tattoos immer gesellschaftsfähiger. Immer mehr haben eine Form des Körperschmucks an unterschiedlichen Stellen. In der Stadt gibt es nun seit einiger Zeit Mika Freitag, der an der Hauptstraße 43 „ordiniert“. Seit 15 Jahren ist er als Tätowierer tätig, acht davon selbstständig.

Davon beeindruckt ist er schon, seit er jung war. „Ich war noch ein Kind, als zum ersten Mal einen Tätowierten gesehen habe“, erinnert sich Mika Freitag. Das Interesse blieb ihm erhalten. Er hat beschlossen, einen anderen Beruf zu erlernen, um auf etwas zurückgreifen zu können. „Im Prinzip wurde ich dann eher hineingestoßen“, erzählt Freitag. Der heimische Tätowierer empfahl ihm, eine Mappe mit Zeichnungen anzulegen.

„Die Gesellschaft ist in der Hinsicht viel toleranter geworden“ Mika Freitag über die Tatsache, dass die Gesellschaft Tätowierte mit mehr Toleranz sieht

„Heute sind auch Ärzte und Anwälte tätowiert“, sagt Freitag. Es habe sich aus einer Subkultur weiterentwickelt. „Früher gab es das Bild des verrauchten Kellerlokals“, so Freitag. „Die Gesellschaft ist auf Hinsicht des Tätowierens viel toleranter geworden“, sagt Freitag.

Derzeit kommen die meisten Kunden wegen „Cover ups“. Der Kunde ist nicht mit dem Ergebnis zufrieden, und der Tätowierer versucht zu „reparieren“ oder zu retten, was zu retten ist. Oft geht es aber nicht darum, dass der Tätowierer nicht ordentlich gearbeitet hätte. Kunden kommen mit falschen Vorstellungen und sind dann mit dem Ergebnis nicht zufrieden.

Berratung vor dem Tattoo-Termin

„Eine etwas jüngere Frau kam mit der Zeichnung einer Rose ins Studio. Ich wusste gleich, dass das nicht gut aussehen würde und sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein wird“, erinnert sich Mika Freitag. Immerhin wurde sie bereits von vier anderen Studios wieder weggeschickt.

Aus diesem Grund gibt es bei Mika Freitag Beratungsstunden. „So kann der Kunde zu mir kommen und wir besprechen in Ruhe, wie das Tattoo aussehen soll“, so Freitag.

Lieblingsmotive hat er aber nicht. „Egal, ob Porträt , Comic oder realistisch. Mir macht vor allem die Abwechslung Spaß“, sagt Mika Freitag abschließend.