Debatte um Feuerwehrhaus-Neubau. Bau in Pressbaum muss heuer beginnen, sonst droht Verlust von Förderung. Ansichten von Gemeinde und Feuerwehr gehen auseinander.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 07. April 2021 (04:13)
Löschmeister Daniel Dräxler und Bernhard Mlynek, Leiter des Verwaltungdienstes, bei einem Videotelefonat mit der NÖN.
Nadja Büchler

Die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses laufen seit Jahren. Jetzt drängt die Zeit, denn heuer muss für die erhaltene Förderung eine Bauleistung vorgelegt werden. Im Herbst wurde jetzt entschieden, das Gesamtbudget nur für das Feuerwehrhaus zu verwenden.

Vizebürgermeisterin Jutta Polzer bat das Architekturbüro Pfeil um einen Plan, der mit dem vorhandenen Budget von 4,9 Millionen Euro durchführbar wäre. Anfang Jänner wurde der neue Plan der Feuerwehr präsentiert.

„Die FF Pressbaum hat diesen Plan als nicht praktikabel eingestuft und daraufhin einen eigenen Plan erstellt, der in einem einberufenen Gespräch zwischen FF Pressbaum, Architekt Pfeil, Finanzreferent und mir präsentiert wurde, und durch einen Lokalaugenschein vor Ort besprochen wurde“ berichtet Polzer.

„Wir sehen die Lösung in einer engen Zusammenarbeit mit dem Planer.“ Bernhard Mlynek

Bei der Gemeinderatssitzung bekam die Feuerwehr von Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner die Gelegenheit ihre Bedenken zum Ersatzplan zu erläutern, sowie ihr eigenes Konzept, unter dem Aspekt eines Neubaus, zu präsentieren. Löschmeister Daniel Dräxler und Bernhard Mlynek, Leiter des Verwaltungsdienstes, stellten unter Beisein von Kommandant Georg Krauss und Kommandant- Stellvertreter Michael Uetz ihren Plan den anwesenden Gemeinderäten vor. „Wir haben im Jänner den Plan des Architekturbüros Pfeil inklusive einer Kostenschätzung auf Quadratmeterbasis erhalten. Dieser ist mit unseren Abläufen nicht gut abgestimmt (Stichwort: lange Wege). Daher habe ich einen neuen Plan mit der gleichen Anzahl an Quadratmetern entwickelt“, erklärt Dräxler das Ansinnen der Feuerwehr.

Zwei Konzepte für Neubau liegen vor

Beide Konzepte weisen Schwachpunkte auf. Seitens der Feuerwehr ist man überzeugt, dass der Architekten-Plan nicht allen Vorgaben des NÖ Landesfeuerwehrverbandes entspricht und einzelne Abläufe, wie zum Beispiel bei der Durchfahrtsgarage nicht machbar wären. Das Konzept von Dräxler sieht eine große Betriebsausfahrt auf die Bundesstraße vor. Ob diese vom Land genehmigt wird, steht noch aus. Als weiterer Diskussionspunkt stellte sich das Versickerungskonzept heraus. Die Feuerwehr ist überzeugt, mit ihrem Plan deutlich geringere Kosten für die Versickerung am Eigengrund zu erzielen. Eine Herausforderung für die Bebauung ist auch ein Geländeabfall am Grundstück. Dräxlers Plan würde die Notwendigkeit eines Kellers oder Stützsäulen nach sich ziehen. Das ginge nur mit Mehrkosten, der Keller könnte aber vermietet werden.

"Das neue Feuerwehrhaus soll auch für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet und geplant sein“

„Wir sehen die Lösung in einer engen Zusammenarbeit mit dem Planer. Es geht um ein großes Projekt und uns ist die finanzielle Belastung der Gemeinde bewusst. Das neue Feuerwehrhaus soll aber auch für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet und geplant sein“, sagt Mlynek. „Eine detaillierte Kostenschätzung zur Vergleichbarkeit hat erst dann Sinn, wenn eine Bewilligung da ist“, erklärt Projektleiter Fritz Brandstetter. 2017 wurde vom Gemeinderat ein Gesamtbudget von 4,9 Millionen Euro, inklusive Ankauf des Grundstücks, beschlossen. Die Kostenschätzung stammte von einem renommierten Planer. Das Konzept sah vor, das Altgebäude komplett zu sanieren, und im Haus die Verwaltung der Feuerwehr, das Hilfswerk und die „Tafel Österreich“ unterzubringen, sowie eine zusätzliche Halle zu bauen. 2019 fand eine Ausschreibung für Architekten, Haustechnikplaner und die Baubegleitung in einem Bestbieterverfahren statt.

Im Februar 2020 erhielt das Architekturbüro „pfeil architekten“ den Zuschlag. Eine erneute Kostenschätzung des Ursprungsplans zeigte eine massive Budgetüberschreitung.