Essens-Diskussion im Sacré-Coeur: Lösung nun in Sicht. Mutter von Sacré-Coeur-Volksschülerin lässt nicht locker und fordert frisch Gekochtes trotz Umbaus. Geschäftsführung signalisiert Bereitschaft, Wünsche umzusetzen.

Von Marlene Trenker und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 31. August 2019 (05:09)
NÖN
Das Sacré Coeur wird derzeit umgebaut, das bedingte auch den Wechsel der Firma, die für die Hortkinder Essen zubereitet. Die Hochschulstiftung bietet nun eine Lösung an.

Nur noch wenige Tage, dann beginnt das neue Schuljahr so richtig. Und auch im Sacré Coeur scheint sich nun doch eine Lösung in Sachen „Essen für die Hortkinder“ anzukündigen. „Das hat viel Energie gekostet, aber ich hoffe, dass wir nun auf einen grünen Zweig gekommen sind“, berichtet Nina Ollinger, Mutter einer Volksschülerin.

Kurz nach Schulschluss wurde den Eltern mitgeteilt, dass die Modalitäten des Mittagessens für das kommende Schuljahr geändert werden müssten. „Der Umbau würde es nicht zulassen, dass weiterhin in der dortigen Küche gekocht wird“, berichtet Ollinger aus der Mitteilung der Schule. Anstatt Essen frisch vor Ort zubereitet, sollten nun die Mahlzeiten von einer Catering-Firma angeliefert werden. Das sei besonders bitter, so Ollinger, da sich der Elternverein in der Vergangenheit stark dafür eingesetzt habe, dass vor Ort gekocht werden soll, abwechslungsreich mit zwei Menüs zur Auswahl und mit Salatbuffet, Suppe und Nachspeise.

Das alles machte ein Service des Café Corso in Pressbaum möglich. „Außerdem wurde auf Lebensmittel-Unverträglichkeiten der Kinder eingegangen. Das wird jetzt mit neuem Caterer nicht mehr so sein“, bedauert Ollinger. Das Sacré Coeur wird ab dem kommenden Schuljahr die Dienste der Tullnerbacher Firma Ströbel in Anspruch nehmen, obwohl das Café Corso mit den Elternvereinen eine Lösung mit frisch gekochtem Essen angeboten hatte. Laut Ollinger gab es vergangene Woche noch keinen gültigen Vertrag. Zudem sei es den Eltern nicht möglich gewesen, sich mit der Geschäftsführung über eine Essensauswahl auszutauschen. „Entscheidungen wurden verschleppt und die Kommunikation war mangelhaft, ebenso die Einbindung der Eltern“, ärgert sich Ollinger.

Nun soll das Essen zudem in die Schule geliefert werden. Das zukünftige Essensangebot ist hinsichtlich Ausgewogenheit, gesunder Ernährung und auch Umweltschutz aufgrund der Nutzung von Einweggeschirr für Nina Ollinger und auch viele andere Eltern nicht akzeptabel.

Einweggeschirr aus Zuckerrohrfaser

Rudolf Ströbel bestätigt, dass er ab 3. September die Schule mit Essen beliefern wird. „Ich bin in wenigen Minuten im Sacré Coeur. Das Essen ist also frisch“, versichert Ströbel, der bereits mehrere Einrichtungen der Region mit seinen Mahlzeiten versorgt. „Bisher waren alle ausschließlich zufrieden“, erklärt Rudolf Ströbel. Für sämtliche Einrichtungen in der Gemeinde Pressbaum habe er sogar Fünf-Jahresverträge abgeschlossen. „Meine Vorgänger hatten nur einjährige Verträge“, so Ströbel. Dies wird auch von der Initiative „Tut gut“ - Vitalküche bestätigt. „Ströbel wurde unlängst sogar in der Stufe III für die allgemeine Volksschule in Pressbaum zertifiziert. Das hängt aber auch vom Schulstandort und der dortigen Ausstattung ab“, erklärt Programmleiterin Irene Öllinger.

Was die Kritik am Einweggeschirr betrifft, kontert Ströbel, dass ihn eine Firma mit Besteck aus Zuckerrohrfaser beliefere. „Das ist die nachhaltigste Lösung. Dreckiges Geschirr über längeren Zeitraum herumstehen zu lassen, ist zudem sehr unhygienisch“, so Ströbel. Für die Eltern habe er die günstigste Lösung gefunden, versichert er.

Für Ollinger ist das aber nicht ausreichend. Sie forderte von der Geschäftsführung, dass die Kinder begleitet zum Corso gehen dürfen, um dort weiterhin ihr Mittagessen einzunehmen und dies auch vom Schulgeld gedeckt sein soll.

Viele Mails und Anrufe hat es Ollinger und den Elternverein gekostet, um endlich eine Reaktion von der Hochschulstiftung der Erzdiözese Wien zu bekommen. „Die Kommunikation mit der Geschäftsführung war abermals alles andere als zufriedenstellend“, kritisiert Ollinger.

Vergangene Woche kam es nun endlich zu einem Treffen mit der Geschäftsführung. Und das verlief für die Eltern vielversprechend. „Es wurde rasche Bereitschaft signalisiert, ein alternatives Essensangebot für die Kinder, einschließlich Hortbegleitung, zu ermöglichen“, so Ollinger, die weiterhin hofft, dass auch die offengebliebenen Themen wie Buffet und Automaten rasch gelöst werden können.

Als „konstruktiv“ bezeichnet die Hochschulstiftung der Erzdiözese Wien das Treffen in der Vorwoche. Daran haben Campusverwaltung, Schulstiftung, Vertreter der Firma Ströbel sowie Elternvertreter und Nina Ollinger teilgenommen. „Dabei wurden alle offenen Fragen und Punkte besprochen. Kritische Hinweise von Elternseite nehmen wir selbstverständlich ernst und werden dem nachgehen“, versichert eine Sprecherin der Schulstiftung nach Anfrage der NÖN. Jedenfalls freue man sich darüber, die Firma Ströbel als einen in der Region bewährten Partner für die Versorgung des Campus mit frischem Essen gewonnen zu haben.