„Fühlen uns verhöhnt“: Anrainer sauer wegen Straßenprovisorium

Seit über zehn Jahren kämpfen die Anrainer der Pressbaumer Sonnbergstraße um eine Sanierung der Fahrbahnen. Jetzt haben sie auch eine Anwältin eingeschaltet.

Erstellt am 17. November 2021 | 05:05

Den Anrainern der Sonnbergstraße reicht es: Vor 20 Jahren wurde bei ihnen der Kanal erneuert. Anstatt richtiger Fahrbahnen gab es nach der Erneuerung aber nur ein Straßenprovisorium.

Über zehn Jahre später sammelten die Bewohner mehr als 60 Unterschriften, damit es endlich zu einer Generalsanierung der Straße kommt. Aber bis heute fahren die Anrainer auf dem Straßenprovisorium. Auch nach einer zweiten Unterschriftenaktion wurde die Gemeinde nicht aktiv.

Anrainer hat sich bereits verletzt

Deshalb hat sich jetzt die Interessensgemeinschaft Sonnbergstraße eine Anwältin genommen.

„Es werden alle Gebühren erhöht. Wir zahlen dieselben Abgaben wie die anderen, sie haben eine Straße und wir nicht“, ärgert sich Walter Rzepa. In einem Brief an die Gemeinde bat die Anwältin um Informationen, wann mit der Sanierung der gesamten Sonnbergstraße gerechnet werden kann.

Eine zufriedenstellende Antwort gab es aber nicht, wie Anrainer Fritz Rosenberger erzählt. Seitens der Gemeinde sei nur telefonisch mitgeteilt worden, dass man sich die Straße öfter ansehen und die Thematik im zuständigen Ausschuss besprechen werde.

„Die Straßenerhaltung ist eine der Hauptaufgaben der Gemeinde“ Anrainer Fritz Rosenberger

„Die Straßenerhaltung ist eine der Hauptaufgaben der Gemeinde. Es sind zum Beispiel Grundstücke angekauft worden, aber für das, was notwendig ist, ist kein Geld da“, so Rosenberger, der auf der unebenen Straße bereits gestolpert ist. „Ich habe mir die Achillessehne gerissen. Meine Tochter hat mich ins Spital gebracht und ich bin operiert worden. Man hat mir geraten, die Gemeinde auf Schmerzensgeld zu verklagen, aber ich habe es nicht getan. Mir geht es nicht um das Geld, sondern um die Fahrbahn“, erzählt Rosenberger.

Elisabeth Denner hätte bei einem solchen Fall schon anders reagiert: „Meine Mama wird 82 Jahre und geht hier jeden Tag mit dem Hund spazieren. Wenn ihr etwas passiert, dann laufe ich von Pontius zu Pilatus.“

Auch den Grünen-Vizebürgermeister Michael Sigmund haben die Anrainer auf die Problematik aufmerksam gemacht. Als Reaktion hätte es aber nur ein Warnschild gegeben, das auf Fahrbahnschäden hinweist. „Wir fühlen uns verhöhnt, als ob wir nicht wüssten, dass es Fahrbahnschäden gibt“, ärgert sich Friedrich Haymerle.

Ortschef: Haitzawinkel, dann Sonnbergstraße

ÖVP-Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner versicherte auf NÖN-Anfrage, dass die Bauhof-Mitarbeiter die Sonnbergstraße stärker nach Fahrbahnschäden kontrollieren, diese dokumentieren und ausbessern würden.

Mit Haitzawinkel, der Sonnbergstraße und Schwabendörfl stehen laut dem Stadtchef drei große Straßenprojekte auf der Agenda. Nach den Arbeiten in Haitzawinkel werde die Sonnbergstraße als nächstes Projekt in Angriff genommen.

Zu Bedenken sei aber, dass auch der Neubau des Feuerwehrhauses finanziert werden müsse. Und bei der Generalsanierung der Sonnbergstraße rechnet die Stadt mit Kosten von 600.000 bis 700.000 Euro. „Wir können uns auch nur nach der Decke strecken. Ich denke aber, dass wir 2022 schon mit der Planung beginnen können“, so der Stadtchef.