Pressbaum

Erstellt am 28. Februar 2017, 10:47

von Beate Riedl

„Hilfs-Sheriff“ hat den richtigen Riecher. Zeitungsverkäufer hat schon mehrmals Diebe entlarvt und überführt. Vor Kurzem klaute einer 70 Tafeln Schokolade.

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Ist es der suchende Blick nach potenziellen Opfern oder erkennt man es an der Nasenspitze, wenn jemand vor hat zu klauen? Jener Mann, der vor der Hofer-Filiale in Pressbaum die Zeitung „Augustin“ verkauft, hat wohl den richtigen Riecher für Diebe.

Schon mehrmals gab der gebürtige Rumäne richtige Hinweise zur Ausforschung der Täter. Er merkt sich Kennzeichen und Gesichter, gibt schließlich seine Wahrnehmungen an die Pressbaumer Polizei weiter. Mit diesen Infos ausgestattet gingen der Polizei sogar schon gewerbsmäßige Langfinger ins Netz, die Waren oder Geldbörsen von Kunden geklaut hatten.

Augustin-Verkäufer mit offiziellem Ausweis

Zuletzt konnte auf diese Weise sogar jener Dieb überführt werden, der aus dem Geschäft über 70 Tafeln Schokolade gestohlen hatte. Die rund zehn Kilogramm Süßigkeiten hatte er, mehr oder weniger dezent, unter seinem T-Shirt versteckt.

„Vielerorts haben unsere Verkäufer ein gutes Einvernehmen mit den Geschäften“, sagt Bernhard Wernitznig, zuständig für den Vertrieb der Zeitung Augustin, doch dass sich einer ihrer Verkäufer auch auf Verbrecherjagd begibt, ist wohl ein besonderes Service.

Lieber Verkäufer als Bettler

Manche Unternehmen seien auch nicht unglücklich, wenn ein Augustin-Verkäufer, der offiziell seinen Ausweis trägt, vor dem Geschäft steht, da sich dann keine Bettler dazustellen. Ein derartiger Fall wie in Pressbaum sei ihm aber bislang noch nicht untergekommen.

Die Firma Hofer setzt indes präventiv verschiedene Schritte zur Sicherung der Ware und schützt sich so gegen Diebstahl. „In einzelnen Verkaufslokalen vertrauen wir beispielsweise auf Detektive. Eine generelle Überwachung liegt uns jedoch – auch im Sinne unserer Firmenpolitik – fern“, heißt es von Hofer, die mit dem Augustin-Verkäufer über eine freiwillige „Diebes-Spürnase“ verfügen.