Hütte für Imagefilm der Feuerwehr in Brand gesetzt. Benedikt Hurch und Daniel Dräxler sind Mitglieder der Feuerwehr in Pressbaum. Beim Dreh des Imagevideos waren sie maßgeblich beteiligt.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 15. November 2020 (03:17)

Sie sind jung, engagiert und vielseitig interessiert. Benedikt Hurch und Daniel Dräxler kennen einander seit der Volksschulzeit. Hurch studiert Medizin und Dräxler macht gerade den Master in Mechatronik und Robotik. Ihre Freizeit verbringen sie mit ihren Familien und Freunden - oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dräxler stieg 2009 bei der Jugendgruppe der FF Pressbaum ein. Nur ein Jahr später folgte ihm Hurch zur Gruppe. Beide waren von Anfang an mit Feuer und Flamme dabei. Seitdem sind einige Jahre vergangen. Gemeinsam mit ihren Kameraden haben sie viel erlebt und inzwischen geben sie ihr Wissen an die Jüngeren weiter. Im Rahmen der Online-Verlosung der FF Pressbaum wurde das brandneue Imagevideo der Feuerwehr präsentiert. Hurch und Dräxler stellten sich als Projektleiter zur Verfügung, und gemeinsam mit dem Purkersdorfer Samuel Kreuz wurde das Video, unter Mithilfe und Einsatz der Pressbaumer Mannschaft, produziert. Das Video soll helfen, neue Mitglieder für den freiwilligen Dienst bei der Feuerwehr zu begeistern.

NÖN: Wie kam es zu der Idee, ein Imagevideo für die Feuerwehr zu drehen?
Daniel Dräxler: Wir haben seitens der Feuerwehr bis Juli gehofft, das FF-Fest Anfang September durchführen zu können. Leider war es nicht möglich. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits Zusagen von Sponsoren und Gönnern. Somit war klar, wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen. Die Online-Verlosung und die Idee, ein Video zu machen gingen aus diesen Überlegungen hervor. Wir wollten mit dem Video zeigen, was die Feuerwehr macht. Sozusagen als Kontrapunkt zur Verlosung.

Benedikt Hurch: Daniel und ich haben uns um das Projekt gekümmert. Ein Freund von Daniel - Samuel Kreuz - hat uns unterstützt und das Video gedreht. Er hat den Ton, Schnitt, die Regie und die Postproduktion übernommen. Wir waren für das Organisatorische im Hintergrund und das Fachliche seitens der Feuerwehr zuständig.

Wie verliefen die Vorbereitungen und worauf mussten Sie achten?
Hurch: Welche Einsatzszenarien wir für den Videodreh nachstellen konnten, hing von den vorhandenen Möglichkeiten ab. Wir wussten, dass der Feuerwehr ein Übungsauto zur Verfügung stand und wir somit nutzen konnten. Für den Brandeinsatz haben wir aus altem Holz noch schnell eine Hütte gebaut, die wir letztendlich in Brand setzten.

Dräxler: Es waren etwa 25 Kameraden beim Videodreh dabei. Besonders wichtig war, die Dreharbeiten Covid-konform durchzuführen. Gottseidank war die Situation im Sommer entspannter, und der Großteil des Films wurde im Freien gedreht. Der Dreh mit den Einsätzen wurde an einem Tag erledigt. Das war wichtig, um Mannschaft und Ausrüstung so kurz wie möglich in Beschlag zu nehmen.

Hat Ihnen der Dreh Spaß gemacht?
Dräxler: Ja, sehr. Schauspielerisches Talent war nicht unbedingt notwendig. Bei den Dreharbeiten haben wir eigentlich genau das gemacht, was wir sonst auch bei den Feuerwehreinsätzen und Übungen machen.

Hurch: Mir ging es genauso. Ich hatte bisher gar keine Erfahrung auf diesem Gebiet. Deswegen war es auch recht spannend zu sehen, wie viel Material Samuel für so ein kurzes Video gedreht hat. Für mich war es schwer vorstellbar, wie all die Einzelszenen ein zusammenhängendes Video ergeben. Ich finde, Samuel hat tolle Arbeit geleistet und wir sind ihm als Feuerwehr sehr dankbar.

Kommen wir zum Thema Mitgliedersuche – welche Altersgruppe sucht die Feuerwehr?
Hurch: Prinzipiell ist jeder - egal welches Alter - bei uns willkommen. Ab einem Alter von 10 Jahren kann man bei uns in der Jugendgruppe einsteigen und mit 15 Jahren kommen die Jugendlichen in den aktiven Dienst. Mithelfen kann, wer will, bis ins hohe Alter. Natürlich ist die aktive Feuerwehrmannschaft für die Schlagkraft wichtig. Es ist nicht mehr so wie früher, das Menschen ihr ganzes Leben in Pressbaum verbringen. Viele junge Mitglieder ziehen wegen der Ausbildung oder dem Job fort und haben kurzfristig keine Zeit mehr. Umso erfreulicher ist es, wenn diese Mitglieder nach der Pause wieder zur Feuerwehr zurückkommen.

Prinzipiell ist jeder - egal welches Alter - bei uns willkommen

Welche Bereiche gibt es bei der Feuerwehr?
Dräxler: Es gibt sehr viele Einsatzgebiete. Da gibt es den Atemschutz, den Nachrichtendienst, die Verwaltung, vorbeugenden Brandschutz oder den Fahrzeug- und Gerätedienst, um einige zu nennen. Aber auch Erfahrung im pädagogischen Bereich für die Jugendgruppe wird benötigt oder Personen für die Öffentlichkeitsarbeit. Wenn man Erfahrung mitbringt kann man sich bei der Feuerwehr in jedem Bereich spezialisieren. Die Verwaltungstätigkeiten sind zum Beispiel ein sehr großer Aufwand und nach außen nicht sichtbar. Sie sind genauso wie die Arbeiten des Kommandos ein Fulltime-Job neben dem eigentlichen Beruf.

Hurch: Die Arbeiten bei der Feuerwehr sind sehr vielseitig und man kann sich in einen Tätigkeitsbereich einarbeiten für den man sich interessiert und der Spaß macht. Wir beide sind Gruppenkommandanten und Daniel zusätzlich Sachbearbeiter für den Nachrichtendienst. Ich bin Sachbearbeiter für den Atemschutz und verantwortlich für die Wartung von Atem- und Körperschutz, sowie für die Schulung ihrer Verwendung.

Ist die Bereitschaft ehrenamtlich zu arbeiten rückläufig?
Hurch: Das ist nicht einfach einzuschätzen. Wir zwei haben in gewisser weise ein Hobby gefunden und es ist für uns selbstverständlich dafür Freizeit zu „opfern“. Wie es Gleichaltrigen oder Jüngeren geht, ist schwer zu sagen. Wir haben in Pressbaum das Glück eine gute Jugendausbildung und eine mannschaftsstarke Jugendgruppe zu haben. Für Nachwuchs ist also gesorgt. Aber natürlich kann man Jugendlichen, die in den aktiven Dienst rücken, nicht von Anfang an zu viel Verantwortung übertragen oder abverlangen. Da ist der Zeitfaktor sehr wichtig. Es will auch nicht jeder eine Position, in der er Entscheidungen treffen muss.

An wen können sich Menschen wenden, wenn sie die Feuerwehr aktiv unterstützen möchten?
Hurch: Auf der Webseite stehen Kontaktdaten. Einfach anrufen oder eine Email schreiben. Oder einen FF Kameraden ansprechen den man kennt.

Wie schaut es mit der Geschlechterverteilung innerhalb der Mannschaft aus?
Hurch: Zur Zeit haben wir deutlich mehr Männer, aber es kommen, gerade in den letzten Jahren, immer mehr Frauen zu uns. Bei der Jugend sind wir gut durchmischt.

Bei der Feuerwehr ist niemand böse, wenn man eine Zeit nicht dabei ist.

Wie geht es bei Ihnen nach dem Studium weiter? Bleiben Sie der Feuerwehr treu?
Dräxler: Ich habe noch keine genaue Planung. Das Privatleben hat in gewissen Lebensphasen sicher eine höhere Priorität. Sei es wegen eines Jobangebots oder der Familie. Bei der Feuerwehr ist niemand böse, wenn man eine Zeit nicht dabei ist. Das ist das Schöne an der Feuerwehr, es gibt keine zeitliche Bindung und man kann jederzeit wieder einsteigen.

Hurch: Wer weiß, was die Zukunft bringt. Aber solange es mir möglich ist, werde ich die Feuerwehr unterstützen. Falls ich nicht mehr in der Nähe von Pressbaum wohne, gibt es sicher eine andere Form, wie ich meine Kameraden unterstützen kann.

Das ist eine Grundeinstellung, die man bereits bei der Feuerwehrjugend mitbekommt. Ich selbst bin auch ehrenamtlich beim Roten Kreuz tätig.

Im Freiwilligenwesen bekommt man als junger Mensch viele Werte vermittelt. Nicht nur durch die Arbeit, sondern auch durch die unterschiedlichen Berufe der Kameraden und Kollegen.