Kritik an Fußwegen. Verkehrsgipfel / Beim 2. Verkehrsgipfel wurde ein Verkehrskonzept vorgestellt, das vor allem die Situation für Fußgänger und Radfahrer im Pressbaum verbessern soll.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 09. Juli 2014 (08:40)
NOEN, archiv
Derzeit gibt es einen provisorischen Weg über die Dürre Wien. Die Bewohner der Dürrwienerstraße wünschen sich einen offiziellen Weg.
Im Pressbaumer Rathaus fand der zweite Verkehrsgipfel statt. Vorgestellt wurde das Verkehrskonzept, in das Wünsche und Vorschläge aus dem ersten Verkehrsgipfel im Dezember eingearbeitet wurden. Geleitet wurde die Diskussion von Markus Maxian von der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich und e5-Betreuer der Stadtgemeinde Pressbaum.

Umweltgemeinderat Michael Sigmund präsentierte das Konzept für ein Fußwegnetz. Der Grundgedanke ist, kurze und attraktive Fußwege zu schaffen, damit die Pressbaumer Bevölkerung vermehrt das Auto stehen lassen kann. Zudem gibt es einige Verkehrsstellen, die für Fußgänger und Radfahrer sehr gefährlich sind. Wie zum Beispiel die Bahnunterführung nahe des Kindergartens 2. „Hier wäre es sinnvoll, wenn man einen parallelen Fuß bzw. Radweg plant“, erklärt Michael Sigmund.

Offizieller Fußweg über Dürre Wien gefordert 

Stark gefordert wurde ein befestigter Weg über den Bach von der Siedlung in der Dürrwienstraße Richtung B44. Derzeit gibt es ein Holzbrett, das über den Bach führt. Die Bewohner der Siedlung wünschen sich aber einen verkürzten Weg zur Bahnhaltestelle Dürrwien. Zudem ist im Konzept enthalten, vorhandene Fußwege in der Karriegelsiedlung zu verbessern, um die Verbindung Richtung Ortszentrum einfacher zu machen.

Für Kritik sorgte die Errichtung von Fußwegen, die Privatgrund betreffen. Ein Fußweg bei der Josef Kremslehnergasse sorgte für Unmut bei den Anrainern. Der Weg würde dort auf Balkonniveau entlangführen. Die Angst vor Einbrüchen ist groß. Bei der Fröschergasse gab es bereits einen Fußweg. Mittlerweile wurde an dieser Stelle eine Wohnhausanlage errichtet. Auch dort wehrte man sich gegen die Errichtung des Fußweges.

Begegnungszone an  der Hauptstraße?

Als verkehrsberuhigende Maßnahme sprach Michael Sigmund auch eine mögliche Begegnungszone mit 30 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B44 zwischen Rathaus und Bank Austria an. Ebenfalls angesprochen wurde die Park&Ride-Anlage zwischen Zentrum und Bahnhof. Der Kirchenplatz soll autofreier gestaltet werden. Hierfür hatte die PKomm eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Eine Parkgarage mit 200 Stellplätzen auf vier Ebenen würde laut PKomm-Geschäftsführer Andreas Szerencsics nach derzeitigem Stand rund 3 Millionen Euro kosten. Wobei die Kosten zu 85 bis 95 Prozent vom Land bzw. ÖBB übernommen werden könnten. Jedoch übernimmt die ÖBB nur Kosten, wenn die Stellplätze ausschließlich Bahnkunden zur Verfügung stehen.

Stadtrat Alfred Gruber schlug als verkehrsberuhigende Maßnahme für Pressbaum vor, die Autobahnabfahrt bei Wolfsgraben zu realisieren. „In Pressbaum wäre der Schwerverkehr weg. Außerdem würde der Verkehr auch nicht durch Wolfsgraben gehen“, sagt Stadtrat Gruber. Radfahrbeauftragte Constanze Aichinger erklärte anschließend das RADL-Grundnetz. Ziel ist es, die Orte der Region über alltagstaugliche Radwege zu verbinden. Die Grobplanung für ein einheitliches Radnetz ist bereits fertig. Nun erfolgt die Feinplanung, die noch im heurigen Jahr fertig sein soll.