Nachbarschaftsstreit zum zweiten Mal vor Gericht. Weil eine Frau von ihrem Nachbarn bis zu 100 Fotos am Tag schoss, stand sie bereits zum zweiten Mal vor Gericht. Ihre Meinungsänderung beschert ihr jetzt hohe Kosten.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 17. Januar 2020 (03:40)
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Ein Nachbarschaftsstreit, der 2017 begonnen hatte, führte bereits zum zweiten Mal vor Gericht. Der 55-jährigen Pressbaumerin wird vorgeworfen, alle Tätigkeiten ihres Nachbarn, der gerade Haus baute, sowie all seine Besuche über einen längeren Zeitraum fotografiert zu haben. Dabei soll sie bis zu 100 Fotos pro Tag gemacht haben. Da bei der ersten Verhandlung eine Diversion abgelehnt wurde, kam man nun zu einer zweiten Verhandlung am Landesgericht in St. Pölten zusammen.

Bei der neuerlichen Frage des Richters, ob sie einer Diversion zustimmen würde, bejahte sie dieses Mal. „Ist das Ihr endgültiger Entschluss oder ändern Sie ihre Meinung in wenigen Tagen wieder?“, fragte der Richter und fügte hinzu: „Warum ist das so ein Hin und Her bei ihrer Meinung?“

Sie möchte nicht noch weitere Kosten auf sich nehmen, deshalb stimme sie einer Diversion zu.

Zwischen den beiden Verhandlungen wurde mittlerweile ein Gutachten erstellt, welches die Pressbaumerin zusätzliche 1.295 Euro an Sachverständigen-Gebühr kostet.

Da die 55-Jährige einen Kredit mit hoher Rate zurückzuzahlen hat, einigte man sich auf 120 Tagsätze zu je 15 Euro. Zusätzlich muss sie die Sachverständigen-Gebühr von knapp 1.300 Euro zahlen. Die Rückzahlung wird die Angeklagte in drei Raten vornehmen.

Für gemeinnützige Arbeit nicht vermittelbar

Das Verrichten von gemeinnütziger Arbeit kam für den Richter nicht in Frage, da die Frist schon mehrfach verstrichen ist und die Angeklagte außerdem aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht vermittelbar sei.

Das Opfer, das ebenfalls bei der Verhandlung anwesend war, erhofft sich nun, dass endlich Ruhe einkehrt.