Ohrfeige bei Besuch. 26-Jährige wollte ihre beste Freundin besuchen. Ihr kam das jedoch nicht gelegen und es kam zum Prozess.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 29. August 2018 (04:10)
271 EAK MOTO/Shutterstock.com
Symbolbild

„Ich habe mir nur Sorgen um sie gemacht, wir waren ja beste Freundinnen“, sagt eine 26-Jährige aus Pressbaum vorm Strafrichter. Dass ihr gefährliche Drohung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung vorgeworfen wird in einem Prozess am Landesgericht, kann sie nicht verstehen.

An einem Sonntagnachmittag wollte die Angeklagte ihre Freundin (23) besuchen. „Ich habe ihr SMS geschrieben, gefragt, ob ich vorbeischauen kann. Sie hat nicht geantwortet, so habe ich ihre Nachbarn gefragt, ob sie Auffälliges bemerkt haben und bin um ihr Haus gegangen, habe versucht, dort hinein zu schauen.“ Als andere Freunde zu Besuch auftauchten, nützte die Angeklagte die Chance, ins Haus zu kommen. „Ich wollte mit hinein“, sagt sie.

Damit einverstanden war die 23-Jährige nicht. „Sie hat mich genervt und ich wollte meine Ruhe. Ich glaube, ich habe das Recht dazu. Ich habe vor ihr die Tür zugedrückt, sie ist trotzdem hinein“, erzählt sie.

Was dann passierte, hält die Richterin der Angeklagten vor: „Sie haben das Opfer geschüttelt, ihm eine Ohrfeige verpasst und gepackt. Und als sich das Opfer aus der Umklammerung gelöst hat, ist es gegen einen Schuhkasten gefallen und hat sich ein Hämatom zugezogen.“

Zwischen Angeklagter und Opfer herrscht nun Eiszeit. Die Richterin bietet Diversion an: Auf Probezeit von zwei Jahren wird das Verfahren eingestellt. Damit ist die Pressbaumerin einverstanden.