Parkstrafen in Karriegelstraße sorgten für viel Ärger. Anrainer in Pressbaum kassierten Strafen, weil notwendige Restfahrbahnbreite nicht gegeben war. Gemeinde will Abhilfe schaffen.

Von Kristina Veraszto und Beate Riedl. Erstellt am 31. März 2021 (04:37)
Der Mann von Doris Penn musste wegen Falschparkens eine Strafe von 25 Euro bezahlen.
privat, privat

Seit Jahrzehnten parken Doris Penn und ihr Mann ihre Autos vor ihrem Haus in der Karriegelstraße. Vor Kurzem traute die Pressbaumerin aber ihren Augen nicht: Ihr Mann bekam, weil er auf der Straße parkte, eine Verständigung der Polizei, dass er 25 Euro Strafe zu bezahlen habe, ansonsten müsste Anzeige erstattet werden. Der Pressbaumer habe sein Auto so abgestellt, dass keine Restfahrbahnbreite von fünf Metern mehr gegeben war.

„Wer die Örtlichkeit kennt, weiß, dass hier alle Anrainer ohne Garage parken, weil sie nämlich sonst ihr Auto unten im Ort parken müssten. Ich lebe seit 58 Jahren hier, und so etwas ist mir noch nie passiert“, machte Penn ihrem Ärger auf Facebook Luft.

"Es gab kein Problem, die Gemeinde hat eines gemacht“

Dann stellte sich heraus: Sie waren nicht die einzigen Anrainer, die eine Strafe kassiert hatten. Neben Penns Nachbarin wurden auch andere Bewohner der Karriegelstraße wegen Falschparkens gestraft. Auf Facebook gingen die Wogen hoch.

„Mein Mann ist gleich zur Dienststelle gefahren und hat die Strafe beglichen und die Polizei sagte, die Gemeinde habe ersucht, hier Streife zu fahren und alle Parksünder abzumahnen. Meiner Ansicht nach ist die Gemeinde aufgrund von Misswirtschaft in Geldnot und will jetzt so Geld einnehmen“, sagt Penn im NÖN-Gespräch. In der Karriegelstraße hätte niemand ein Problem mit der Parksituation oder der Fahrbahnbreite. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals zu einem Verkehrsunfall gekommen ist. Es gab kein Problem, die Gemeinde hat eines gemacht“, ärgert sich die Bewohnerin.

„Wer die Örtlichkeit kennt, weiß, dass hier alle Anrainer ohne Garage parken, weil sie nämlich sonst ihr Auto unten im Ort parken müssten. Ich lebe seit 58 Jahren hier, und so etwas ist mir noch nie passiert“

Seitens der Polizei Pressbaum heißt es, sobald es eine Beschwerde gibt, ist die Exekutive angehalten, dieser nachzugehen. ÖVP-Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner klärte auf NÖN-Anfrage auf: Ein Gemeindebediensteter, der für die Schneeräumung verantwortlich ist, habe der Polizei mitgeteilt, dass er Probleme im Bereich der Umkehrplätze hätte. Deshalb habe er um Kontrollfahrten ersucht. „In Wirklichkeit hat es nur den Weideweg betroffen, weil dort immer wieder Autos falsch parken“, sagt Schmidl-Haberleitner.

Dies hätte zufolge, dass die Lkw des Winterdienstes dort nicht wenden können. „Das hat die Polizei als Anlass genommen, gleich mehrere Straßen zu kontrollieren, wo ja auch wirklich falsch geparkt wurde“, sagt der Stadtchef, der für die Bewohner eine Lösung finden möchte. Die Strafen sind für die Gemeinde keine Einnahmequelle. „Dasselbe Problem hatten wir vor einiger Zeit in der Kremslehnergasse. Dort wurde über Jahrzehnte schräg und nicht parallel geparkt. Dort wurde mittels Verordnung der Gemeinde das Problem gelöst“, erklärt Schmidl-Haberleitner.

Stadtchef: Straße soll begutachtet werden

Ein Sachverständiger wird sich die Karriegelstraße ansehen. „Wenn es möglich ist, werden wir die Situation entweder mit Verkehrszeichen oder mit Bodenmarkierungen lösen“, so der Stadtchef.