Pflegemaßnahmen für Naturjuwel: Licht für ein Biotop. Leserin vermutet Zerstörung eines Naturjuwels. Bundesforste wollen damit aber genau das Gegenteil bewirken.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 28. September 2017 (18:50)
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Mehr Licht sichert den Bewohnern des Biotops das Überleben.

Isabella Penco wandte sich in einer Mail an die Redaktion der Purkersdorfer NÖN. Darin geht es um die Zerstörung eines Naturjuwels. „Die Maßnahmen dienen zum Erhalt des künstlich entstandenen Feuchtlebensraumes“, argumentiert Aleandra Wieshaider von den Österreichischen Bundesforsten.

„Im Juni haben die Bundesforste begonnen nördlich des Bahnhofs Rekawinkel an der Forststraße Richtung Hagen/ Troppberg ein Naturjuwel zu zerstören“, beklagt sich Isabella Penco. Zuletzt seien radikale Schlägerung vorgenommen worden. „Es ist eine Schande, dass diejenigen die Natur schützen sollten, diese zerstören und ihnen gar nicht bewusst ist, was sie da anrichten“, so Penco weiter.

Schlägerungen sollen Überleben ermöglichen

Die NÖN fragte bei den Bundesforsten an und genau das Gegenteil haben die Bundesforste mit ihren Schlägerungen vor. „Im Zuge der Errichtung einer Forststraße wurde am Brixweg vor mehr als 20 Jahren ein Rohr zur Entwässerung des Straßenkörpers eingebaut“, beginnt Alexandra Wieshaider mit ihrer Begründung. Mit den Jahren sei das Rohr verwachsen und aus der Feuchtstelle sei ein Sekundärbiotop entstanden, im Bereich einer Hochspannungsleitung.

Mit den Jahren habe sich eine Begleitvegetation im Feuchtlebensraum gebildet, die Besiedelung mit Amphibien war die Folge. „Zuletzt war die Überschirmung der Wasserfläche soweit fortgeschritten, dass ein Ausdunkeln des Biotops abzusehen war, was für die Amphibien im Biotop nachteilig gewesen wäre. Weiters bestand die Gefahr, dass Erlen mit der Hochspannungsleitung in Berührung kommen“, so Wieshaider.

Durch die Pflegemaßnahme sei also eine Freistellung der Wasserfläche unter Belassung des angrenzenden Bestandes durchgeführt worden.