Regionalität hat Wert. Die Firma Höllinger gibt es nun seit zwei Jahrzehnten. Gerhard Höllinger spricht über die Anfänge und die Zukunft.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 19. Oktober 2018 (05:16)
Firma Höllinger
Gerhard Höllinger über 20 Jahre Fruchtsäfte.

Alles hat mit einem naturtrüben Apfelsaft im Jahr 1998 angefangen. Nach 20 Jahren schreibt die Firma Höllinger eine Erfolgsgeschichte mit ihren Fruchtsäften.

NÖN: Haben Sie mit einem Erfolg in dieser Art gerechnet? War es für Sie immer klar, dass das Unternehmen in die Richtung geht, wo es jetzt ist?
Gerhard Höllinger: Vor 20 Jahren gab es noch wenig Beachtung für das Thema Nachhaltigkeit und Regionalität. Ich kann Ihnen einen Zeitungsartikel zeigen, in dem der Manager von „YO“ stolz erklärte, dass in Polen ein neues Werk installiert wird , wörtlich ,als verlängerte Werkbank‘ . Das war ein Schlag ins Gesicht der heimischen Bauern. Mittlerweile hat sich die Bedeutung von Regionalität stark geändert. Man hat Folgendes erkannt: Wenn man die Produktion immer weiter nach Osten verlagert, also Ungarn, Polen, Ukraine bis China – kommt man irgendwann wieder in die Heimat zurück. Jetzt sind wir froh, dass Regionalität wieder einen Wert hat.

"Jeder Jungunternehmer wünscht sich natürlich, dass sein Unternehmen erfolgreich wird"

Hat sich das Unternehmen in irgendeiner Weise entwickelt, mit der Sie zu Beginn überhaupt nicht gerechnet haben?
Jeder Jungunternehmer wünscht sich natürlich, dass sein Unternehmen erfolgreich wird. Mein Ziel war es immer, ein kleines Unternehmen zu besitzen, welches einfach zu leiten und idealerweise finanziell unabhängig ist. Dass sich dieser Wunsch erfüllt hat, bringt eine gewisse Zufriedenheit. Dennoch müssen wir stets wachsam sein, dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Sind stets gefordert, noch besser zu werden. So gesehen ist mir der Blick voraus viel wichtiger als der Blick zurück.

Was macht für Sie einen guten Fruchtsaft aus?
Guter Fruchtsaft muss zu allererst sehr gut schmecken und einen vernünftigen, leistbaren Preis haben. Weiters muss er möglichst naturbelassen sein, idealerweise biologisch. Wenn es geht, eben aus der Region kommen, wo das Obst wächst.

"Wir haben wirklich viele neue Produktideen. Die besten davon setzen wir um"

Wie geht es weiter? Was für Pläne haben Sie noch für die Zukunft?
Wir haben wirklich viele neue Produktideen. Die besten davon setzen wir um. Überdurchschnittlich oft werden unsere Innovationen vom Handel geschätzt und von Handelsmedien, sowie Einkäufern als innovativstes Produkt auch auserkoren. Sie können sich vorstellen, dass der Mitbewerb groß ist. Gegenwärtig exportieren wir in 46 Länder. In Zukunft wollen wir unsere Vertriebspartner stärken, um unsere Exportquote zu erhöhen.