Schlag ins Gesicht wegen Handy. Auseinandersetzung zwischen 52-jährigem Motorradfahrer und Autolenker in Pressbaum endete vor Gericht. Ausschlaggebend war ein Foto. Biker wurde zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 27. Oktober 2020 (11:31)
NOEN, BilderBox.com

Weil ihm ein 59-Jähriger mit dem Auto zu langsam gefahren ist, ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 52-jährigen Motorradfahrer und dem Fahrzeuglenker gekommen. Jetzt muss sich der 52-Jährige wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung vor Gericht verantworten.

„Die Strecke ist sehr kurvig. Hinter einer Kurve ist plötzlich ein Auto in Schrittgeschwindigkeit gefahren, ich habe abgebremst und bin vorbeigefahren“, erzählt der Angeklagte.

Nachdem der 52-Jährige das Auto überholt hatte, hat der Fahrzeuglenker zu hupen und mit seiner Lichthupe zu blinken begonnen. Der Angeklagte hielt daraufhin sein Motorrad an „um zu fragen, was das soll“, sagt der 52-Jährige.

„Der Mann wirkte sehr aggressiv“

Dies bestätigten auch die beiden Zeugen, die sich in besagtem Auto befanden. Die beiden haben sich allerdings von Anfang an bedroht gefühlt. „Der Mann wirkte sehr aggressiv“, beschreibt der Fahrzeuglenker die Situation. Nach einem kurzen Wortwechsel bei dem Auto ging der 52-Jährige zu seinem Motorrad zurück. Weil der Fahrzeuglenker – laut eigenen Angaben – das Kennzeichen fotografieren wollte, zückte er sein Handy. „Das war dem Motorradfahrer aber gar nicht recht. Er gesagt, das sei verboten und hat versucht, meinem Lebensgefährten das Handy zu entreißen“, schildert der Beifahrer.

Der 59-Jährige hat das Handy schließlich seinem Beifahrer gegeben, danach hat er einen Faustschlag im Gesichtsbereich gespürt. Das bestätigte auch sein Beifahrer. Der Angeklagte leugnet den Schlag vehement. „Das stimmt nicht. Ich wollte ihm nur das Handy wegnehmen. Zu Handgreiflichkeiten ist es nicht gekommen.“ Der 52-Jährige, der bereits wegen einer Auseinandersetzung im Straßenverkehr vorbestraft ist, wird wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten sowie einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass die beiden Zeugen lügen“, erklärt Richer Slawomir Wiaderek.