Nachhaltigkeit ist voll im Trend. Regionale und saisonale Produkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 02. März 2019 (04:43)
Nadja Büchler
Verena Brabec leitet einen landwirtschaftlichen Betrieb in Rauchengern mit Fokus auf Nachhaltigkeit.

Wo kommt mein Essen her? Vielen ist diese Frage sehr wichtig geworden. Was tut sich in unserer Gegend zu diesem Thema? Wir sind bei unserer Suche auf Menschen gestoßen, die ihre Betriebe oder ihr Einkaufverhalten geändert haben.

„Da ich sehr gerne koche, beschäftigt mich dieses Thema bereits sehr lange“, sagt Robert Grass. „Mir ist Qualität und Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln sehr wichtig.“ Anfang April eröffnet er die „Grasslerei“ in Tullnerbach. Das Konzept: regionale Produkte, persönlicher Kontakt zu den lokalen Produzenten, kurze Transportwege, möglichst verpackungsfrei und ein kleines Speisenangebot.

Reduktion von Verpackungsmüll als wichtiges Anliegen

Ein wichtiges Anliegen ist ihm die Reduktion von Verpackungsmüll und der Lebensmittelverschwendung. Daher wird er in seinem Geschäft mit Lebensmitteldispensern arbeiten. Somit ist es möglich, in den persönlich gewünschten Mengeneinheiten einzukaufen. „Neben dem Produktangebot soll die Grasslerei auch ein Ort der Kommunikation und der Ortskernbelebung werden“, meint Robert Grass.

In Rauchengern haben Verena und Johann Brabec vor drei Jahren begonnen, den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb umzugestalten. Seit 2018 sind sie Demeter-zertifiziert. Vielen ist die Marke „Demeter“ als Garant für hochwertige und ganzheitliche Lebensmittel, die unter strengen Richtlinien produziert werden, bekannt. Demeter-Bauern nutzen Naturprozesse, verwenden biodynamische Präparate und arbeiten ganzheitlich. Dadurch wird ein Hoforganismus entwickelt, der sich an die individuellen Bedürfnisse des Hofes anpasst.

Das Dinkelmehl von Familie Brabec kann ab April in der Grasslerei erworben werden. „Wir führen keinen eigenen Hofladen und sind auf andere Verkaufsstellen angewiesen. Uns hat die Idee von Robert Grass sofort angesprochen, und wir werden bei ihm unsere Produkte verkaufen“, sagt Verena Brabec. Neben den landwirtschaftlichen Produkten ist auch der Fleischverkauf seit einiger Zeit Thema am Wolfhof. Mit der Aufzucht von Murbodner Rindern in Mutterkuhhaltung wurde vor zwei Jahren im Kleinen begonnen. Im Februar wurde der erste Weideochse geschlachtet und das Fleisch verkauft.

Ein Abnehmer war Michael Voitl, der Betreiber vom Fink in der Au. Vor eineinhalb Jahren übernahmen er und seine Frau das Gasthaus. „Wir betreiben ein klassisches Landgasthaus mit traditioneller Küche. Sehr wichtig ist uns der Einsatz von Produkten, die bei uns heimisch sind und die Nutzung von saisonalen Lebensmitteln.“

Für kurze Transportwege sorgen die umliegenden Produzenten, und so waren wir sehr erfreut einen großen Teil vom Weideochsen der Familie Brabec bekommen zu haben. So standen bereits Roastbeef, Beef Tartare, Gulasch oder Beuschl auf der Speisekarte. In den nächsten Wochen soll es noch Rindsrouladen geben.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Kreislauf zwischen Produzenten, Handel und Konsumenten. Nachhaltigkeit und Qualität unserer Lebensmittel sind in unserer Region nicht mehr wegzudenken und werden von immer mehr Menschen gewünscht und gesucht.