Purkersdorfer Prügel-Bargast vor dem Richter. Zwei Lokalbesuche im März und Juli des Vorjahres endeten für 25-Jährigen nun vor Gericht. Beide Male soll der Mann weitere Gäste mittels Faustschlägen verletzt haben.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:38)
Symbolbild
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Der Besuch in einem Purkersdorfer Lokal endete für einen unbescholtenen 25-Jährigen zweimal mit einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Weil er dabei seine Fäuste verwendet und jeweils sein Gegenüber verletzt haben soll, muss er sich jetzt am Landesgericht St. Pölten wegen Körperverletzung verantworten. Außerdem wird ihm das Delikt der Sachbeschädigung vorgeworfen. Der Mann zeigt sich teilweise geständig.

„Ich habe mir gedacht, ich haue ihm eine rein, bevor er das tun kann“

Der erste Vorfall ereignete sich im März des vorigen Jahres. „Ich habe mich dort mit zwei Bekannten getroffen, um etwas zu trinken“, erklärt der 25-Jährige. Dort wurde er von seinem späteren Gegner angesprochen. „Er hat mich gefragt, wer ich eigentlich sei. Er wollte mich loswerden“, schildert der Angeklagte. Kurze Zeit später – die beiden Männer befanden sich vor dem Purkersdorfer Lokal – sei der Mann schließlich vor dem 25-Jährigen gestanden. Dabei habe sich der Angeklagte provoziert gefühlt. Im nächsten Moment hat der junge Mann seinem Gegenüber zwei bis drei Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. „Ich habe mir gedacht, ich haue ihm eine rein, bevor er das tun kann“, meint der 25-Jährige. Der Mann ging aufgrund der Schläge zu Boden, nur wenige Augenblicke später waren bereits andere Gäste sowie die Kellnerin bei dem Mann.

Auf die Frage, ob es ihm leidtue, antwortete der Angeklagte: „Mir hat es bereits am nächsten Tag schon leid getan.“

Das Opfer hat keine Erinnerungen an den Vorfall, dementiert aber, davor mit dem Angeklagen gesprochen zu haben. Der Mann beantragt zudem 2.500 Euro Schmerzensgeld, die Summe wird von der Verteidigung anerkannt.

„Mir hat es bereits am nächsten Tag schon leid getan.“

Der zweite Vorfall ereignete sich im Juli des Vorjahres. Dabei soll der Angeklagte einen weiteren Gast verletzt sowie einen Glastisch beschädigt haben. „Er (der Gegner des Angeklagten, Anm.) wollte auf mich losgehen. Ich bin durchs Fenster hinaus, weil die Tür abgeschlossen war und wir den Schlüssel nicht finden konnten“, schildert der 25-Jährige. Sein Gegner sei ihm gefolgt und hätte dabei den Glastisch, der vor dem Lokal stand, umgestoßen. „Er ist auf mich gefallen – und das wars“, erzählt der Angeklagte.

Sein Gegner schildert den Vorfall allerdings anders. „Die Kellnerin hat die Tür zugesperrt, weil er Lokalverbot hatte. Ich wurde vom Angeklagten provoziert und sogar angespuckt“, schildert der Zeuge. Er hätte daraufhin das Lokal auch über das Fenster verlassen und den Angeklagten gefragt, was sein Problem sei. „Er hat daraufhin mit seinen Fäusten geantwortet“, meint der Zeuge.

Wichtige Zeugin nicht erschienen

Da die Kellnerin, die als wichtige Zeugin aussagen hätte sollen, nicht erscheint, scheiden die Vorwürfe der Körperverletzung und der Sachbeschädigung bezogen auf den zweiten Vorfall aus dem Verfahren aus.

Hinsichtlich der Körperverletzung wird der 25-Jährige zu einer Geldstrafe von 720 Euro verurteilt. Außerdem muss er 2.500 Euro Schmerzensgeld zahlen.