Aufregung um Projekt bei Hoffmannpark

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 04:23
Lesezeit: 3 Min
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Ein Bauprojekt soll beim Hoffmannpark entstehen.
Foto: Baumgartner
Generationenhaus und Kindergartengruppen könnten in Purkersdorf entstehen. Über 100 Einsprüche liegen bereits auf.
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Für große Aufregung sorgt ein Bauprojekt beim Sanatorium Hoffmannpark. Dort sollen ein Generationenhaus mit 41 Wohnungen und ein Kindergarten mit zwei Gruppen entstehen. Derzeit ist das Grundstück, das laut Bürgermeister Stefan Steinbichler, einem deutschen Immobilienfonds gehört, auf Bauland Pflegeheim gewidmet. Der Eigentümer dürfte also nur ein Pflegeheim bauen. In der Gemeinderatssitzung wurde aber mehrheitlich beschlossen, dass ein Widmungsänderungsplan aufgelegt wird. Darin soll die Fläche auf Bauland-Kerngebiet geändert werden.

Gegen das Bauprojekt macht die Plattform „Pro Purkersdorf“ unter Obfrau Bina Aicher mobil. Vergangene Woche wurde zum Treffen geladen. „60 Personen haben teilgenommen, uns sind schon die Sessel ausgegangen. Wir haben gar nicht mit so vielen Leuten gerechnet“, so Aicher. Die Bürger seien erbost über die Vorgehensweise der Stadtgemeinde gewesen. „Vor allem wollten sie wissen, wie man einen Einspruch gegen die geplante Umwidmung tätigt“, informiert Aicher. Sie kann nicht nachvollziehen, warum ein „erhaltenswertes Altortgebiet“ einfach zubetoniert werden soll und stellt die Frage, wem dieses Projekt etwas nützt.

Dass ein „Generationenwohnhaus“ gebaut wird, hält sie für Augenauswischerei. „So etwas gibt es nicht. Wenn eine Familie in einem Haus zusammenlebt, ist das auch ein Generationenhaus“, meint Aicher und fügt hinzu, dass man die Kindergartengruppen dann ohnehin für die Familien in den neuen Wohnungen brauchen würde. „Ich frage mich auch, warum die Stadtgemeinde den Projektplanern mit einer Umwidmung so entgegenkommen will“, so Aicher. Worauf sie auch noch hinweist: „Es hat bereits eine Skizze zum Projekt vom Architekturbüro Pfeil gegeben, noch bevor der Erläuterungsbericht zum Entwicklungskonzept im Oktober 2021 vorgelegt wurde!“

Bürgermeister Stefan Steinbichler zeigt sich entsetzt und spricht von Gerüchten und Unwahrheiten, die kursieren. Keiner dieser Pläne sei von der Stadtgemeinde beauftragt worden. Der Grundeigentümer sei an die Stadtgemeinde herangetreten, um ein Projekt umzusetzen. „Es gab schon einige Pläne, unter anderem wollten sie Wohnungen bauen. Ich habe ein Generationenhaus vorgeschlagen. Man kann dabei sehr wohl festlegen, wie viel Prozent alte Menschen und wie viele Junge das Haus beziehen“, so Steinbichler. Er betont auch, dass noch keine Umwidmung stattgefunden habe. „Die Letztentscheidung liege beim Gemeinderat. Bis vergangenen Montag konnten Einsprüche bei der Stadtgemeinde abgegeben werden – zu Redaktionsschluss waren es bereits mehr als hundert.

Seitens des Bundesdenkmalamtes wird betont, dass das Sanatorium Purkersdorf eines der bedeutendsten österreichischen Denkmale der Moderne sei. „Eine Verbauung von Teilen seines historischen Umfelds verlangt daher höchste Sensibilität. Wir unterstützen alles, um das Sanatorium in seiner überlieferten Erscheinung und künstlerischen Wirkung authentisch zu bewahren“, sagt Stefan Gron vom Bundesdenkmalamt. Letztlich liege die Verantwortung aber bei der Stadtgemeinde. Zum Denkmalschutz informiert Gron, dass dieser seit 1992/1993 unverändert aufrecht sei. Es habe allerdings Grundstücksteilungen gegeben und da sich auf den abgetrennten Grundstücken keine geschützten Bauten befunden hätten, sei der Denkmalschutz für diese im Grundbuch gelöscht worden.

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