Droh-SMS nach Tierarztrechnung: „Könnt’ was passieren“. Tierarztrechnung für Biss seines Hundes wollte Besitzer nicht zahlen. Nun zahlt er fast 3.000 Euro für Droh-SMS.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 24. Februar 2017 (05:29)
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„Mein Hund war angeleint, seiner nicht“, ärgert sich eine Purkersdorferin über einen 39-Jährigen. Beim Gassigehen gerieten die Vierbeiner der beiden aneinander. Der Hund der Frau wurde dabei an der Pfote verletzt. Als es dann darum ging, die Tierarztrechnung zu berappen, stellte sich der 39-Jährige erst einmal taub und schickte dann SMS.

Gefährliche Drohung und Nötigung per SMS

Gefährliche Drohung und Nötigung wird dem Purkersdorfer nun im Prozess vorgeworfen. „Er hat mir seine Handynummer erst gegeben, als ich sein Autokennzeichen fotografieren wollte. Dann hat er geschrieben, dass ich mich verpissen und die Rechnung selber zahlen soll“, erzählt die Zeugin vorm Richter. Nach dem unflätigen SMS folgte noch ein anderes. „Mädel, es könnte dir etwas Grausliches passieren ...“, „... wennst mi anzeigst, bist dran“ teilte er der 39-Jährigen mit.

Ob die Frau sich jetzt fürchtet? „Seit dem Vorfall suche ich andere Wege zum Spazierengehen, weil ich wohne ja in einer einsamen, ländlichen Gegend“, erklärt sie.

Um Milde bittet der Verteidiger des 39-Jährigen. „Mein Mandant hat eine verminderte Frustrationstoleranz und ein erhöhtes Aggressionspotenzial. Bei ihm hat sich alles spontan entladen“, meint der Rechtsanwalt.

„Ich wollte Sie ärgern“

„Es war aus reinem Zorn“, bedauert der Angeklagte. Beim Opfer entschuldigt er sich. „Ich wollte Sie ärgern“, sagt er. Der Richter bietet Diversion an. 2.650 Euro muss der Purkersdorfer an den Staat berappen und 300 Euro an das Opfer.