Purkersdorf

Erstellt am 06. Dezember 2018, 05:05

von Martin Gruber-Dorninger

Fahrverbot auf Zeit vor Schule?. Arbeitsgruppe soll Lösungen für einen reibungslosen Ablauf vor und nach der Schule erarbeiten.

Verkehrsstadträtin Christiane Maringer und Bürgermeister Stefan Steinbichler machten sich ein Bild vor Ort.  |  privat

In den Morgenstunden gleicht die Schwarzhubergasse an fast jedem Tag einem Kriegsgebiet. Eltern versuchen ihre Schützlinge mit dem Auto bis vor den Eingang der Schule zu bringen. Da die Verkehrssituation es nicht anders zulässt, kommt es zu Staus und damit zu Beschimpfungen und manchmal auch fast zu Handgreiflichkeiten. Die Stadtgemeinde hat nun in der letzten Gemeinderatssitzung einen Beschluss gefasst, der eine Lösung bringen soll.

Elternvereinsvertreter Andreas Steinbichler, Stadtrat Albrecht Oppitz, Bürgermeister Stefan Steinbichler, Volksschuldirektorin Anna Diasek, Stadträtin Beatrix Kaukal, SPZ-Direktor Matthias Hesse und Heinz Preisz vom Roten Kreuz.  |  Gruber-Dorninger

Eine, die von der Problematik ein Liedchen trällern kann, ist Verkehrsstadträtin Christiane Maringer. Seit sie im Gemeinderat ist, wird nach Lösungen des Problems gesucht – gefunden wurden sie bisher aber nicht wirklich. So wurde ein Schranken eingebaut, um aus der Schwarzhubergasse eine Sackgasse zu machen oder eine Kiss & Go-Zone errichtet. Doch das hat nicht den gewünschten Effekt gebracht. Die Kinder wurden durch ihre Eltern-Taxis weiterhin gefährdet. Das bestätigt auch Maringer: „Gefahr entsteht durch die Eltern selbst, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schultüre fahren und dann möglichst schnell weiter wollen.“

Seit Jahren argumentiert Maringer, dass ein Schutz der Kinder nur durch temporäre Fahrverbote zu erreichen wäre. „Es gibt viele Städte mit langjährigen positiven Erfahrungen damit“, so Maringer. Bisher waren ihre Bemühungen, den Gemeinderat dahingehend zu überzeugen, nicht gerade von Erfolg gekrönt. Doch dies änderte sich nun.

Mehr Bewegungsfreiheit für die Kinder

Bei einer Besprechung machte sich auch Bürgermeister Stefan Steinbichler vor Ort ein Bild von der Situation. Und das schien zu fruchten, denn bei der letzten Gemeinderatssitzung brachten alle Fraktionen einen Dringlichkeitsantrag ein. Darin wurde beschlossen, einen Arbeitskreis zu bilden. Der soll aus Mitgliedern des Elternvereins bestehen sowie Lehrern und Direktoren der Volks- und Allgemeinen Sonderschule und je einem Mitglied pro Gemeinderatsfraktion. „Baudirektor Nikolaj Hlavka und eine Bürgerbeteiligung der Anrainer sollten ebenfalls mit eingebunden sein“, sagt Stefan Steinbichler.

Die Bewegung im Gemeinderat erfreut Stadträtin Maringer: „Geben wir den Kindern die Bewegungsfreiheit in der Stadt zurück und passen wir den Verkehr an deren Bedürfnisse an und nicht die Kinder an den hektischen Autoverkehr“, so das Plädoyer der Verkehrsstadträtin.