Konstantin und Jakob setzen sich für Schüler ein . Konstantin Gründler und Jakob Dumfarth sind in der Landesschülervertretung.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 01. August 2019 (03:38)
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Konstantin Gründler (r.) aus Gablitz ist AHS-Landesschulsprecher. Jakob Dumfarth aus Purkersdorf ist ebenfalls in der Landesschülervertretung mit dabei. Sie wollen sich um die Anliegen der Schüler kümmern.
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Mit Konstantin Gründler aus dem Sacré Coeur Pressbaum und Jakob Dumfarth vom BG/BRG Purkersdorf sind gleich zwei Jugendliche aus der Region in der Landesschülervertretung NÖ mit dabei. Der Gablitzer Konstantin Gründler steht ab September als Landesschulsprecher für die AHS sogar ganz an der Spitze, der Purkersdorfer Jakob Dumfarth fungiert als Bildungspolitischer Leiter.

Die beiden 17-Jährigen wollen sich vor allem für den Klimaschutz stark machen und das Lehrer-Feedback ausbauen. „Dieses Feedback soll anonym funktionieren, ohne Angst vor einer schlechteren Note“, erklärt Dumfarth. So wolle man die Qualität eines Unterrichtsfaches sicherstellen. „Einige Lehrer können mit den Anforderungen in ihrem Fach nicht mithalten, mit dem Feedback kann beispielsweise aufgezeigt werden, dass eine Weiterbildung notwendig ist“, informiert Gründler. Im Idealfall sollen Lehrer und Schüler mit einem 360-Grad-Feedback einander gegenseitig bewerten.

Umweltschutz in Fächer integrieren

Für beide ist auch der Umweltschutz ein großes Thema: „Wichtig ist zu wissen, in welchem Bereich jeder etwas machen kann. Zum Beispiel was es bringt, wenn ich das eine oder das andere kaufe“, erklärt Dumfarth. Sie können sich auch vorstellen, das Thema Klima- und Umweltschutz auf die verschiedenen Fächer aufzuteilen. „In Chemie kann man lernen, wie Plastik hergestellt wird“, sagt Gründler.

Was die beiden allerdings strikt ablehnen, ist das Schuleschwänzen für den Klimaschutz, wie bei „Fridays for Future“. „Da sind wir strikt dagegen, die Schule soll ja als Freund gesehen werden.“

Neben der Integrierung des Umweltschutzes sind die beiden auch für eine „Generalentrümpelung des Lehrplans“. „Teilweise gehen manche Fächer zu sehr ins Detail, dafür fehlen aber wichtige Bereiche, zum Beispiel, digitale Medien“, erklären die 17-Jährigen. Was Gründler und Dumfarth hier Sorgen bereitet sind zum Beispiel sogenannte „Memes“ über Lehrer, die in einigen Schulen im Umlauf sind. „Das verletzt die Persönlichkeitsrechte.“

„Klar sein sollte, dass der Stoff nicht parteipolitisch eingefärbt ist.“ Konstantin Gründler AHS-Landesschulsprecher

Dumfarth will sich für das Unterrichtsfach „Politische Bildung“ verpflichtend ab der siebenten Schulstufe einsetzen. „Schließlich darf man ab 16 Jahren schon wählen, da sollte man schon wissen, wie die Dinge ablaufen“, so Dumfarth. Gründler ergänzt, dass bei den Podiumsdiskussionen, die im Rahmen der EU-Wahl veranstaltet wurden, einige nicht wussten, worum es geht.

„Klar sein sollte, dass der Stoff nicht parteipolitisch eingefärbt ist“, meint Gründler. Ebenfalls fix auf dem Stundenplan sollte das Fach „Ethik“ sein „und zwar für jene, die keinen Religionsunterricht besuchen.“

Neu aufstellen wollen die beiden auch die Oberstufe. Sie schlagen eine modulare Oberstufe vor. „Deutsch, Englisch und Mathe sind die Grundfächer, dazu kommt, was einen interessiert.“

Ein Basiswissen soll es natürlich in jedem Fach geben. „Wichtig ist, dass der Schüler im Mittelpunkt steht und der Stoff nicht einfach durchgerattert wird. Die Stärken stärken wäre bedeutend“, fordern die 17-Jährigen. Dazu müsse das Bildungssystem handlungsfähiger gemacht werden. „Die Mühlen malen sehr langsam“, so Gründler.

„Wenn man den Grundstoff nicht kann, kann man nicht darauf aufbauen“

Skeptisch sind die beiden, was das Sitzenbleiben trotz Fünfer betrifft. „Wenn man den Grundstoff nicht kann, kann man nicht darauf aufbauen“, sind sie überzeugt. Die Zentralmatura halten beide für gut. „So ist ein einheitlicher Bildungsstandard gewährleistet.“ Man habe zwar nachbessern müssen, wie die Textverständlichkeit oder einen neuen Punkteschlüssel und das Zeitmanagement, aber die Grundidee sei positiv.

Neben dem Sitzenbleiben wollen die 17-Jährigen auch die Gliederung in öffentliche Schule und Privatschule beibehalten. „Jeder soll seine eigene Entscheidung treffen, welche Schule er besuchen will.“ Laut Gründler habe man im Sacré Coeur einige Vorteile, wie tolle Netzwerktreffen mit anderen Schulen oder einen Schulpsychologen, der sich einmal pro Woche der Schüler annimmt. Dumfarth lobt aber auch sein BG/BRG Purkersdorf: „Wir haben tolle Lehrer“, meint er.

Im Herbst wollen sich die beiden an jeder Schule der Oberstufe in einem Hearing vorstellen. „Wir haben großes Interesse daran, dass uns die Schüler auch kennen.“ In die Politik streben die beiden derzeit nicht. Bei der Gemeinderatswahl werde man sie auf keiner Liste finden, sagen sie.