Posse um Christbaum für Landeshauptstadt. Purkersdorfer Baum-Geschenk kommt aus Gablitz. Schlögl: „Hab nichts Anderes behauptet“. Cech: „Faschingsscherz im Advent.“

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 28. November 2017 (11:29)
NOEN, Gruber-Dorninger
Der Baum für St. Pölten stammt von einem Grundstück aus Gablitz. Stadtrat Viktor Weinzinger und Bürgermeister Karl Schlögl bei der Präsentation des Baum-Geschenkes.

Purkersdorf spendete der Landeshauptstadt St. Pölten einen Christbaum für den Adventmarkt. Der Teilbezirk ist seit heuer im Bezirk St. Pölten-Land und so wurde diese Geste zwischen St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler und Purkersdorfs Pendant Karl Schlögl vereinbart. Nun wurde allerdings bekannt, dass der Baum aus Gablitz stammt.

„Ich habe meinen Amtskollegen in Purkersdorf gebeten, uns für den Adventmarkt einen Christbaum zur Verfügung zu stellen. Um auch die gute Zusammenarbeit und die enge Verbindung unserer beiden Städte zu symbolisieren“, sagte St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler bei der Eröffnung des St. Pöltner Adventmarktes. Schlögl ergänzte: „Wir sind zwar die Metropole des Wienerwaldes, haben aber hauptsächlich Buchen.“ Daher bat er Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl, einen geeigneten Baum zu suchen. Er fand drei geeignete Bäume im Gebiet und St. Pölten suchte sich ausgerechnet jenen in Gablitz aus.

Geschenke aus Purkersdorf und Gablitz

Purkersdorf suchte um eine Transportgenehmigung in Gablitz an – so bekam Cech Wind von der Sache und wandte sich belustigt an die Medien. Zusätzlich schickte er St. Pöltens Bürgermeister eine Gablitzer Torte als zusätzlichen Gruß.

„Ich habe nie behauptet, dass das ein Baum aus Purkersdorf ist. Ich habe immer wieder von einer Tanne aus dem Nachbarort gesprochen“, ist für Schlögl die Sache gegessen.Bürgermeister Michael Cech nimmt seinem Nachbarbürgermeister die Sache auch nicht krumm. „Nein, es ist ein kleiner Faschingsscherz in der Adventzeit. Der wird doch wohl noch erlaubt sein“, so Cech.

Der Baum wurde schließlich nach St. Pölten gebracht, aufgestellt und ziert seit Donnerstag beleuchtet den Christkindlmarkt am Rathausplatz. Und die Meinung der vielen Besucher des Adventmarktes war einhellig „so einen schönen Baum hatten wir noch nie.“

Der Grund für die Pracht des Baumes lag auch an der Hege und Pflege durch die Familie Ostrowski, die diesen Baum seit über 20 Jahren auf ihrem Grundstück wie den eigenen Augapfel behütete. „Ein richtiger Christbaum braucht Platz, um seine Äste ordentlich entfalten zu können. Das war hier der Fall“, erklärte Experte Schöppl.

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