Siegel für regionales Bier: „Hier muss wirklich aufgeklärt werden“

Erstellt am 18. Januar 2022 | 05:48
Lesezeit: 4 Min
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Bald wird das Siegel „Österreichische Privatbrauerei – 100% unabhängig“ auf den Flaschen des Gablitzer Biers zu sehen sein. Am Foto: Bierbrauer Markus Führer (r.) mit Mitarbeiter Benjamin Kerber.
Foto: Kristina Veraszto
Transparenz für Biertrinker: Gablitzer Bier ist jetzt im Verein der unabhängigen Privatbrauereien Österreichs. Mit neuem Siegel will Markus Führer die Konsumenten überzeugen, regionales Bier zu kaufen.
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„Österreichische Privatbrauerei – 100% unabhängig“: Dieses Siegel wird künftig auf den Flaschen des Gablitzer Biers zu sehen sein. Seit Anfang vergangener Woche ist Markus Führer mit seiner Brauerei Mitglied im Verein der unabhängigen Privatbrauereien Österreichs.

Auf Regionalität achten statt bei Konzern zu kaufen

Vor rund vier Monaten haben sich zehn konzernfreie Brauereien im Land – darunter Stiegl und Ottakringer – zusammengetan, um sich am Markt von der Brau Union zu differenzieren. Diese gehört zum niederländischen Heineken-Konzern und mit Marken wie Gösser, Zipfer oder Puntigamer, stammen bereits rund 60 Prozent des Biers, das in Österreich gebraut wird, von der Brau Union. Nur etwas mehr als 30 Prozent Marktanteil haben hingegen die Brauereien, die sich jetzt im Verein organisiert haben und ihre eigenen Brautraditionen pflegen.

Mit dem Logo wollen die Bierbrauer Konsumenten überzeugen, auf Regionalität zu achten, anstatt das Bier zu kaufen, das einem internationalen Konzern gehört. „Hier muss wirklich aufgeklärt werden. Denn es wird sehr wohl Kunden geben, die jetzt aufhorchen und zum regionalen Bier greifen“, ist Führer überzeugt, der nicht zögerte der Initiative beizutreten.

Er will jetzt die Botschaft der unabhängigen Privatbrauereien weitertragen und hofft auch auf die Unterstützung seiner Kunden. „Ich will mit meiner Community als Multiplikator auftreten“, so der Bierbrauer.

Umsatzplus trotz Umzug und Corona

Seit vergangenem Jahr ist die Gablitzer Privatbrauerei an ihrem neuen Standort an der Linzer Straße 61 in Purkersdorf zu finden. Durch den Umzug konnte ein Monat lang kein Bier gebraut werden. Trotz Pandemie und Unterbrechung kann Führer aber auf positives Geschäftsjahr zurückblicken.

Denn die Privatbrauerei verzeichnete 2021 ein Umsatzplus von rund zehn Prozent. „Wir hätten noch mehr herausholen können. Wären wir die gesamte Zeit an diesem Standort gewesen, dann wäre das Ergebnis noch positiver. Aber dafür, dass wir einen Monat Produktionsverlust hatten und 2021 noch immer ein Coronajahr war, bin ich zufrieden“, sagt Führer.

Für das heurige Jahr hat sich der Bierbauer vor allem im Veranstaltungsbereich einiges vorgenommen: Bei der Adventmarkt-Serie im Dezember – die durch den Lockdown unterbrochen wurde – herrschte durchwegs gute Stimmung. „Und das war mich auch das Wichtigste, dass die Menschen herkommen und sie eine gute Zeit verbringen“, so Führer. Er kann sich vorstellen – soweit es die Corona-Situation zulässt – mehrere Märkte zu veranstalten, wie zum Beispiel einen Ostermarkt.

Am Gelände mit Garten gebe es jedenfalls genug Platz. „Wir sind gerade in der Nachbereitung des Adventmarkts und arbeiten heraus, was man verbessern kann“, erklärt Führer. Auch eine offizielle Eröffnungsfeier soll es heuer geben. Zudem möchte man Firmen einladen, ihre Events in der Privatbrauerei zu veranstalten.

Brauseminare sollen Angebot erweitern

„Wir werden sehen, was sich heuer alles umsetzen lässt“, sagt der Bierbrauer. Neben Veranstaltungen will Führer nämlich auch Brauseminare anbieten: „Ich bin gerade dabei Seminarunterlagen auszuarbeiten. Die Nachfrage nach Brauseminaren ist groß.“

Oberste Priorität hat jetzt aber das neue Siegel, das spätestens zum Saisonbeginn Ende März den Kunden ins Auge stechen soll, wenn sie das Gablitzer Bier ansehen. „Ich möchte, dass das Siegel zeitnah an die Flaschen kommt. Bis die Konsumenten verstehen, welche Bedeutung es hat, wird es noch dauern, aber umso mehr alle Mitglieder etwas machen, umso schneller geht es“, so Führer.

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