Grillparzergasse: Anrainer verärgert über Verkehr. Anrainer der Grillparzergasse in Purkersdorf fordern, dass Gemeinde Brücke kauft, um Verkehrsbelastung zu minimieren.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 15. September 2021 (04:11)
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Eine Zufahrt mit Pkw über die Brücke ist nur den Bewohnern der Deutschwaldstraße 10a gestattet.
privat

Aufregung herrscht derzeit in der Grillparzergasse. Der Grund: Auf dem ehemaligen Moder/Sommer-Grundstück soll eine Wohnhausanlage der „Wohnkompanie“ entstehen, die Zufahrt soll nach aktuellem Stand über die bis dato verkehrsberuhigte Grillparzergasse erfolgen. Eine zweite Brücke, die die Deutschwaldstraße und die Grillparzerstraße in etwa auf Höhe der Wohnhausanlage Deutschwaldstraße 10a (Wien Süd) verbindet, wäre zwar befahrbar, befindet sich aber in Besitz der Wohnhausanlage 10a.

Die Bewohner der Grillparzergasse sind aufgebracht. In einem gemeinsamen Brief an den Gemeinde- sowie Stadtrat machen sie ihrem Ärger Luft und fordern, die verkehrsberuhigte Lage nicht zu gefährden. Laut Claudia Klimo, die die Unterschriftenaktion mitorganisiert hat, treten die Anrainer geschlossen auf. „Wir werden von jedem Anrainer unterstützt, das sind knapp 30 Unterschriften“, sagt Klimo.

„Wir möchten verhindern, dass hier zu viele Wohnungen gebaut werden"

Hauptanliegen ist, dass der Verkehr nicht zunimmt. „Wir möchten verhindern, dass hier zu viele Wohnungen gebaut werden. Damit wird automatisch der Verkehr mehr, der mittlerweile jetzt schon ein Wahnsinn ist.“ Besucher der Wohnhausanlage Deutschwaldstraße 10a müssten aufgrund der Parksituation ihre Autos derzeit in der Grillparzergasse parken.

„Die Stadtgemeinde wird die Brücke nicht kaufen.“ Bürgermeister Stefan Steinbichler

Mit dem Anstieg des Verkehrs befürchten die Anrainer eine Verminderung der Wohnqualität. Um dem entgegenzuwirken fordern sie: „Die derzeitige Privatbrücke sollte unter Kostenteilung Gemeinde (eventuell Land), Wien Süd und Wohnkompanie in das Eigentum der Gemeinde übergehen. Mittelfristig ergibt sich damit auch eine Kostenersparnis für die Gemeinde, da die Instandhaltungskosten Grillparzergasse (als wenn der Verkehr über diese erfolgen würde) deutlich günstiger sind.“

Eine Forderung, die SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler in dieser Formulierung ablehnt.

„Die Stadtgemeinde Purkersdorf wird die Brücke nicht kaufen. Wir können uns aber vorstellen, dass, wenn eine Lösung zwischen Wohnkompanie und den Bewohnern der Wohnhausanlage Deutschwaldstraße 10a gefunden werden kann, die Gemeinde etwa die Schneeräumung übernimmt“, sagt der Bürgermeister und fügt hinzu: „Auch bei einer etwaigen Sanierung könnten wir uns als Gemeinde beteiligen. Vorausgesetzt, es gibt ein Wegerecht für die Bevölkerung, sodass wir einen Geh- und Radweg von der Deutschwaldstraße über die Brücke in die Grillparzergasse verwirklichen können.“

Einen solchen Geh- und Radweg sehen die Anrainer der Grillparzergasse als unbedingt notwendig. Auch den Bewohnern der bereits vorhandenen Wohnanlage sei es nicht zuzumuten, auf der verkehrsmäßig unsicheren Deutschwald-Straße – besonders mit Kinderwagen – oder dem vorhandenen Waldweg nach Purkersdorf zu gehen.

Durchfahrtssperre mit Verkauf

Scharfe Kritik kommt von Stadtrat Josef Baum (Liste Baum und Grüne). „Das frühere Grundstück Moder/Sommer erhielt, statt wie bisher eine Adresse an der Deutschwaldstraße, eine Adresse an der Grillparzergasse. Und der Kauf der Brücke durch die Wien Süd führte zur jetzigen Sperre“, kritisiert Baum.

Steinbichler entgegnet, dass eben aufgrund des Verkaufs der Brücke an die Wohngenossenschaft Wien Süd keine Adresse an der Deutschwaldstraße möglich war.

Am Freitag gab es diesbezüglich ein Treffen zwischen Vertretern der Stadtgemeinde, der Wohnkompanie sowie Bewohnern der Wohnhausanlage Deutschwaldstraße 10a.

„Wir haben bei dem Treffen versucht, die Privateigentümer auf einen Nenner zu bringen und geschaut, wo wir uns als Gemeinde beteiligen können“, erklärt Steinbichler.

„Wir haben versucht, die Privateigentümer auf einen Nenner zu bringen"

Ziel der Stadtgemeinde ist es, einen Fuß- und Radweg über die Brücke und anschließend die Grillparzergasse, zu ermöglichen. Würden die Eigentümer der Brücke dem nicht zustimmen, „dann schauen wir als Gemeinde durch die Finger und müssten uns eine andere Lösung für das Problem Geh-Radweg entlang der Deutschwaldstraße, überlegen“, sagt der Bürgermeister.

Vonseiten der Wohnkompanie, die das Grundstück Grillparzergasse 33 gekauft hat, heißt es, dass dem Unternehmen der Konsens mit allen Beteiligten sehr wichtig ist und man um eine optimale Lösung für alle bemüht ist. Ein erstes Gespräch hat es deshalb bereits vergangenen Freitag gegeben.

Die Planungen stehen, genauso wie die Verhandlungen mit den Eigentümern der Wohnhausanlage Deutschwaldstraße 10a und der Stadtgemeinde Purkersdorf, aber noch ganz am Anfang.