Karl Takats im Interview: „Saxofon schaut gut aus“. Nach acht Jahren als Lehrer an der Musik- und Kunstschule geht Karl Takats in Pension. Der Kulturstätte „Bühne“ bleibt er aber weiterhin erhalten.

Von Birgit Kindler und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 07. Juli 2019 (03:49)
Kindler
Dass Karl Takats der geborene Dirigent ist, merkte man auch im NÖN-Gespräch. Seine Worte unterstrich er mit Gestik.

Auch wenn man es ihm auf den ersten Blick nicht ansieht, Karl Takats ist Pensionist. In der vergangenen Woche dirigierte der begnadete Saxofonist und Musiklehrer in der Musikschule St. Pölten sein letztes Konzert. Dass er aber nicht vor hat leiser zu treten, das bestätigte er im Gespräch mit der NÖN, denn für sein Herzensprojekt „Die Bühne“ ist er weiterhin Feuer und Flamme.

Beim Open Air stand Takats gemeinsam mit Wolfgang Grünzweig, dessen Band und Roland Düringer auf der Bühne und entlockte seinem Instrument präzise Töne. Denn darauf komme es genau an. „Wenn man es beherrscht und mag, ist der Klang eines Saxofones einfach unglaublich. Und es schaut noch dazu wirklich gut aus“, erklärt Takats die Gründe, warum er sich für dieses Instrument entscheiden hat.

Mittlerweile hat er bereits hunderten Kindern das Spielen dieses Instruments beigebracht. „Man muss aber ständig dranbleiben, es trainiert die Lunge, die Gesichtsmuskulatur und die Zunge. Wird das Üben vernachlässigt, beginnt man wieder von vorne“, so Takats.

„Man muss aber ständig dranbleiben, es trainiert die Lunge, die Gesichtsmuskulatur und die Zunge. Wird das Üben vernachlässigt, beginnt man wieder von vorne.“ Karl Takats

Auf zahlreichen Tonträgern sind die Künste von Takats zu hören. Eine der bekanntesten Nummern ist „Der Spion“ von Minisex, einer Band, die kommenden Samstag in der Bühne, im Rahmen des Kultursommers zu hören sein wird. Ob er mit seinen ehemaligen Bandkollgen ein kleines Comeback auf der Bühne feiern wird, ist derzeit noch nicht fix.

Musikschul-Direktor Alfred Kellner ist jedenfalls traurig, dass Takats nicht mehr an der St. Pöltner Musik- und Kunstschule unterrichtet: „Ich fahre mit dem Auto, alles geht so schnell…– leider vergeht auch die Zeit so schnell. Als Karl Takats in den 80er Jahren mit der Gruppe „Minisex“ tourte, war die Pension noch weit entfernt. Jetzt müssen wir auf einen sehr engagierten und motivierten Musiker, Pädagogen und Kollegen verzichten. Wir danken Karl für seine sehr erfolgreiche Lehrtätigkeit.“

Besonderer Dank gelte ihm für den Aufbau und die Entwicklung der Big Band der Musikschule. „Vielen Dank für deinen Einsatz, du bist großartig – und alles Gute für „Die (deine) Bühne Purkersdorf“, so Kellner abschließend.