Kritik an Vergabe für Bebauungskonzept bei Bahnhof. Umbau des Bahnhofs Unterpurkersdorf: Das Areal wird bis 2023 umgebaut. Für ein Bebauungskonzept wurde von den ÖBB das ortsansässige Architekturbüro Pfeil beauftragt, das kritisiert Stadtrat Josef Baum.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 01. Oktober 2020 (03:53)
Symbolbild
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Der Umbau des Bahnhofs Unterpurkersdorf wird in den nächsten drei Jahren über die Bühne gehen (die NÖN berichtete). Derzeit werden Vorarbeiten, wie Kabelumlegungen, durchgeführt. Errichtet wird ein teilweise überdachter Inselbahnsteig mit Wartekoje, der barrierefrei über zwei Lifte vom neu errichteten Personenübergang aus zu erreichen ist, informiert ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Nach Planung und baulicher Ausschreibung, werde mit Anfang des Jahres 2021 mit den Hauptbauarbeiten begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlagen erfolgt voraussichtlich Ende 2022. Kleine Restarbeiten sind noch im Frühjahr 2023 geplant.

Durch den Umbau wird auch eine 11.000 Quadratmeter große Fläche frei, für die es schon einige Ideen gibt und über die auch im Gemeinderat diskutiert wurde. „In Abstimmung mit der Stadtgemeinde wird ein Bebauungskonzept erarbeitet“, erklärt Seif. Dieses beinhalte sowohl Überlegungen zum Stadtbild, zur Bebauungsdichte und Gebäudehöhe als auch Nutzungsüberlegungen und ein Verkehrskonzept – ein Informationsfolder wird im Oktober an die Haushalte verteilt. „Ausgearbeitet wird dieses Bebauungskonzept für das Areal vom Architekturbüro Pfeil aus Purkersdorf“, teilt Seif mit.

Diese Tatsache kritisiert Josef Baum, Stadtrat der Liste Baum und Grüne. Das Büro Pfeil habe bekannte Verbindungen zur Purkersdorfer Politik und bisher schon seit Jahrzehnten sehr viele Bauten in Purkersdorf geplant. „Die Gemeinderäte und die Planungskommission wissen aber davon bis dato nichts“, so Baum. Das sei weder transparent noch fair. „Nach welchen Gesichtspunkten wurde ausgewählt“, fragt Baum, der neben mehr Transparenz bei der Auswahl der Planer und Ablauf der Planungen auch Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bevölkerung fordert. „Die Gemeinde soll außerdem die Hand auf der Planung aller Nicht-Verkehrsimmobilien behalten“, so Baum.

Noch keine fixierten Nutzungen für Fläche

Seif betont, dass die Pfeil architekten ZT GmbH ein erfahrenes lokales Unternehmen sei und daher eine sehr gute Ortskenntnis habe. „Aufgrund einer Vielzahl von unterschiedlichsten geplanten und realisierten Projekten kann das Büro sehr gute Referenzen nachweisen“, erklärt Seif, der auch darauf hinweist, dass laufend Abstimmungsgespräche mit der Stadtgemeinde zum Thema Nutzungskonzept, Verkehr, Grünraum, Stadtbild und die zeitlichen Entwicklungsphasen geführt werden.

Derzeit gebe es aber noch keine fixierten Nutzungen. Das bestätigt auch SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler, der auf die Planungskommission verweist, was den Umbau betrifft: „Seitens der Stadtgemeinde wurde kein Planungsbüro ausgewählt.“