Kultursommer ist komplett durchgeplant. Niki Neunteufel gibt der NÖN Einblicke in die aufwendige Planung eines Open Air-Konzerts. Und vergisst dabei nicht die vielen Helfer in der Stadtgemeinde.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 01. Juni 2018 (05:35)
NOEN, Gruber-Dorninger
Szenewirt Niki Neunteufel ist mit der Planung für die Open Air-Konzerte beschäftigt. Für die NÖN nimmt er sich Zeit, um über die Organisation zu plaudern. Dabei vergisst er nicht auf die Helfer.

Nächste Woche wird der Purkersdorfer Kultursomer feierlich in der Bühne mit der Auftaktveranstaltung eröffnet. Eine ganze Reihe von Konzerten und Aufführungen hat die Stadtgemeinde wieder parat. Die beiden Open Airs am Hauptplatz stellen dabei publikumstechnisch natürlich die Höhepunkte dar.

Am 16. Juni treten Earth, Wind & Fire mit Band-Mastermind Al McKay auf, im August folgen noch die Konzerte von „Wir 4“ und Suzi Quatro. An der Organisation der vielen Veranstaltungen sind viele Menschen beteiligt. Die NÖN wollte nun stellvertretend für die vielen fleißigen Organisatoren Purkersdorfs von Niki Neunteufel wissen, wie so ein Open Air-Konzert entsteht – von der Idee bis zur tatsächlichen Ausführung.

Monatelange Planung für das Open Air

„Ich möchte einmal vorausschicken, dass ich auch nur ein Rädchen in dem ganzen Komplex an involvierten Menschen bin, die diesen Kultursommer überhaupt erst möglich machen“, beginnt Niki Neunteufel das Gespräch. Am Anfang eines jeden Open-Air-Sommers steht einmal die Terminwahl. „Findet an dem Tag eh kein Fußballspiel statt, ist das Donauinselfest eh noch nicht, gibt es auch keinen Life-Ball, ... Das sind so die ersten Überlegungen“, so Neunteufel weiter, der mit dem Termin natürlich die größtmögliche Präsenz erreichen möchte, schließlich soll auch der ORF übertragen.

Ist der Termin einmal gefunden, wird eine Liste erstellt, welcher Künstler zu diesem Zeitpunkt tatsächlich kommen kann und natürlich, welcher auch für Purkersdorf passt. „Die Liste beinhaltet meist zehn Namen. Bei neun hole ich mir dann eine blutige Nase, der zehnte sagt dann aber gleich fix zu“, weiß Neunteufel aus langjähriger Erfahrung. Dann muss noch der Beschluss durch den Gemeinderat erfolgen und es kann noch vor Weihnachten mit der Detailplanung angefangen werden.

„Die Liste beinhaltet meist zehn Namen. Bei neun hole ich mir dann eine blutige Nase.“ Niki Neunteufel

Begonnen hat alles mit der Idee einer Hauptplatz-Belebung. „Die Umfahrung des Hauptplatzes hat unserem Gasthaus doch einiges an Einbußen gebracht. Ich wollte den Vorplatz musikalisch beleben, und das hat bei der Stadtgemeinde großen Anklang gefunden“, so Neunteufel. Zu Beginn hat Neunteufel noch die Kärntnerstraße in Wien nach potenziellen Musikern abgeklappert, die für ein paar Schilling am Samstag-Vormittag gespielt haben.

„Das ist dann immer größer geworden und die Stadtgemeinde hat uns plötzlich eine richtige Bühne vor der Volksbank zur Verfügung gestellt“, erinnert sich Neunteufel an das baldige Interesse von Bürgermeister Karl Schlögl, der dann schnell Feuer und Flamme für die Konzerte war. Nach und nach wurde das immer größer, fast schon zu groß. Schließlich fand 2003 das Open Air, in seiner jetzigen Form, erstmals statt, mit zwei Abend-Konzerten pro Jahr.

Rundum-Service für die Künstler

Steht dann einmal der Künstler fest, kümmert sich Neunteufel um die Unterbringung und das Erfüllen sämtlicher Wünsche der Stars. „Da geht es um ein spezielles Abendessen, eine Tourismustour und ein bestimmtes Hotelzimmer, und, und, und“, erklärt Neunteufel. Am Tag vor dem Konzert holt Neunteufel den Künstler persönlich vom Flughafen ab und bietet eine Rundum-Verpflegung an. Am Tag des Konzerts bricht dann der Wahnsinn aus. Aller Stress steigert sich ins Unermessliche, und die große Anspannung löst sich dann in Wohlgefallen auf, wenn der Künstler auf der Bühne steht und die ersten Lieder trällert.