Lebensgefährtin misshandelt und mit dem Tod gedroht. Slowake soll Frauen bedroht und verletzt haben. Zeugin wollte nicht aussagen, Verhandlung wird vertagt.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 13. Februar 2020 (03:06)
Symbolbild
APA (dpa)

In einer etwas kuriosen Verhandlung am Landesgericht St. Pölten muss sich ein 38-jähriger Slowake wegen schwerer Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsentziehung, gefährlicher Drohung sowie Urkundenfälschung vor dem Richter verantworten. Bereits zum zweiten Mal wird er deshalb mit Handschellen vorgeführt. Beim ersten Mal sind zwei Betroffene, die als Zeuginnen geladen waren, nämlich nicht erschienen.

Dem Angeklagten stehen bereits drei Freiheitsstrafen sowie Verurteilungen wegen Raubes in Deutschland und der Slowakei zu Buche. Vor dem Richter bekennt sich der Angeklagte nur der Urkundenfälschung schuldig. Die anderen Straftaten gibt er nicht zu. „Ich durfte auf der Straße keine anderen Männer anschauen, sonst hat er mich beschimpft und war unangenehm zu mir“, erzählt eine der beiden Zeuginnen. Für sie war die Beziehung nur freundschaftlich, er hat geglaubt, dass es mehr sei. Im Mai des vergangenen Jahres kam es dann zum Vorfall. Er hat sie gemeinsam mit einem Freund auf der Straße gesehen. „Er hat mich am Hals gepackt, beschimpft, bespuckt und mir gedroht, mich umzubringen, wenn er mich findet“, erzählt die Zeugin. Weitere Straftaten an einer zweiten Person hat er in einer Pension in Purkersdorf verübt.

Zeugin: „Ich möchte nach Hause gehen“

Die Einvernahme der Zeugin gestaltet sich allerdings schwierig, da sie das Geschehene vor dem Richter nicht noch einmal erzählen will. „Ich möchte nach Hause gehen“, sagt sie mehrmals. Nachdem der Richter und die Dolmetscherin auf sie eingeredet hatten und sie mit einer Geld- sowie Haftstrafe deshalb konfrontiert wurde, begann sie endlich zu erzählen. Die damalige Freundin des Angeklagten hatte bereits öfters versucht, von ihm wegzulaufen. Allerdings hatte er sie mit den Worten „ich töte deinen Sohn und deine Mutter, wenn du nicht zu mir zurückkommst“, bedroht. Aus Angst kam sie schließlich zurück. Weil sich der Slowake vor der Polizei verstecken wollte, zogen die beiden im Dezember 2016 in eine Pension nach Purkersdorf. Im Jänner 2017 fuhr er beruflich für drei Tage nach Deutschland.

„Normalerweise nimmt er mich mit, dieses Mal musste ich aber zuhause bleiben. Er hat mich eingesperrt und den Schlüssel mitgenommen“, erzählt die Zeugin. Am nächsten Tag kam zwar die Putzfrau, die damalige Freundin des Angeklagten traute sich aber nicht, wegzulaufen. „Ich wusste ja nicht, wann er wieder heimkommt“, erklärt sie. Als er wieder da war, war er sehr aggressiv. „Er hat ein Deo und ein Feuerzeug genommen und gesagt, dass er meine Haare anzünden würde. Verletzt hat er mich damit aber nicht“, so die Zeugin. Er hat sie auf die Brust geschlagen, danach ist sie bewusstlos zu Boden gegangen. Mit eingebundenen Handgelenken ist sie wieder aufgewacht. Mehr kann sie nicht erzählen, da der Verteidiger die Verhandlung verlassen muss und diese vertagt wird.