Neuer Roman als "Wettlauf gegen die Zeit. Die Purkersdorferin Ulrike Kotzina veröffentlichte kürzlich ihren vierten Roman „Sieben Tage“.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 24. September 2020 (02:35)
„Sieben Tage“ ist bereits der vierte Roman der Purkersdorferin Ulrike Kotzina.
Paul Feuersänger

Ein Selbsterfahrungstrip in den Alpen, der allerdings völlig aus den Fugen gerät – davon handelt der kürzlich erschienene Roman „Sieben Tage“ der Purkerdorfer Autorin Ulrike Kotzina. Anlässlich ihres bereits vierten Buches bat die NÖN sie zum Gespräch.

Über einen Selbsterfahrungs-Trip in den Alpen, der allerdings komplett anders verläuft als geplant, schreibt die Purkersdorferin in ihrem Buch „Sieben Tage“.
Kotzina

NÖN: Wovon handelt das Buch „Sieben Tage“?
Ulrike Kotzina: „Sieben Tage“ handelt von einem entgleisenden Selbsterfahrungs-Trip in den Alpen. Sieben fremde Menschen starten ins Hochgebirge – nach der ersten Übernachtung stehen Wendelin, ein egozentrischer Banker, Adam, ein junger Freigeist, und Jolina, eine ätherische Kellnerin, plötzlich alleine da. Der Weg zurück ins Tal scheint dem Trio versperrt. Die Woche wird zum Wettlauf gegen die Zeit, zum Kampf gegen die Natur, gegen die eigenen Abgründe sowie Schwächen, Neigungen und Sehnsüchte der anderen. Verletzungen, Konflikte und eine haarsträubende Entdeckung bringen die Suchenden an ihre Grenzen.

Wie entstand die Idee zu dem Roman?
Die Idee zum Buch entstand aus Gedanken um das große und spannende Thema, wie Menschen in unerwarteten, riskanten Situationen reagieren, wie sie umgehen mit dem Gefühl der Abgeschiedenheit, der möglichen Ausweglosigkeit, dem Ausgeliefertsein – ausgeliefert anderen und letztendlich sich selbst. So passt der Stoff der Isolation auch in die Zeit der Pandemie, den Zwang zum Rückzug, der mit Schwierigkeiten, aber auch mit Schritten der Reifung verbunden sein kann. Besonders interessant: Wie findet sich der „moderne“ Mensch in der rauen Natur zurecht, gerade ohne die täglichen, lieb gewordenen Dinge des Alltags, die die Hauptfiguren des Romans alle zu Hause lassen müssen, unter anderem Handy und Tablet mit Verbindung zum Internet.

Wie war der Entstehungsprozess?
Das Schreiben hat etwa ein Jahr in Anspruch genommen. Dazu kam mehrfaches Überarbeiten und Korrigieren – in Summe betrug die Arbeit etwas mehr als zwei Jahre. Es existierte ein grobes Konzept, das sich während des Schreibens immer weiter entwickelte und wandelte – eine reizvolle Arbeit: ein interessanter, geradezu unterhaltsamer Prozess. Für das Ende gab es mehrere Varianten: Denkmodelle, Möglichkeiten sozusagen.

An welche Zielgruppe richtet sich das Buch?
Erwachsene, die einen hoch spannenden Roman von großer atmosphärischer Dichte lesen möchten. Leser, die gerne in den komplexen Kosmos von Beziehungen, menschlichen Schwächen, Träumen, aber auch Verlangen, Hoffnung, Konkurrenz eintauchen wollen. Menschen, die sich fesseln lassen wollen vom Gegensatz zwischen der schroffen Bergwelt und den menschlichen Versuchen, sie zu bezwingen, um das eigene Überleben zu sichern, verbunden mit möglichem Scheitern. Alle Leser, die anspruchsvolle Literatur mögen und in Fantasie und Vorstellung gerne Wege und Möglichkeiten mitgehen und weiter verfolgen wollen.

"Der Roman enthält alles, was ein fesselndes Buch braucht"

Warum sollen die Leute Ihr Buch kaufen?
Der Roman enthält alles, was ein fesselndes Buch braucht: eine Menge Spannung, einen Gutteil Fantasie, eine schöne Portion Anspruch, eine Spur Drama, einen feinen Stil und eine Prise Witz und Ironie. Darum ist es empfehlenswert, nicht nur als Spätsommer- und Herbstlektüre.

Wie viele Bücher haben Sie bisher geschrieben und wovon handeln die jeweils?
Sieben Tage“ ist mein vierter Roman. Der Debüt-Roman, bei Picus erschienen, heißt „Staudamm“ (2012). Hier geht es um ein Familien-Geheimnis in einem Dorf im Salzkammergut, wobei der Bürgermeister eine tragende Rolle spielt. „Verschwunden“ (edition laurin, 2015) handelt von Rhea, einer erfolgreichen Ärztin, die sich am Scheideweg befindet: Ihr Mann hat ein Verhältnis, die Tochter steht kurz vor dem Auszug. Plötzlich beginnen im Umkreis der Villa Menschen zu verschwinden, zunächst einzelne, dann immer mehr; die Stadt versinkt im Schnee.
In „Box“ (edition laurin, 2016), einem Roman, der mit den Gegensätzen zwischen Traum, Vision und Wirklichkeit spielt, gilt es für ein junges Paar, Anna und Nathan, sich in einer Reality-Show zu bewähren. Es wird ein nervenaufreibendes Casting und eine Show mit Hindernissen, was für jeden der beiden sowie für die Partnerschaft nicht ohne Folgen bleibt.