Rudi Dolezal will mit Film "Emotionen wecken". Purkersdorf: Anlässlich der Corona-Pandemie präsentiert Rudi Dolezal neuen Film. Dolezal: „Ich will Emotionen wecken.“

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 29. Juli 2021 (04:44)
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Wiens Bürgermeister Michael Ludwig wird im Film Stellung zur Corona-Pandemie beziehen.
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„Der vielleicht wichtigste Film, den ich seit Langem gemacht habe“ – so beschreibt der Purkersdorfer Rudi Dolezal seinen neuen Film „Rudi Dolezal: Ich BinPositiv“, der kommenden Donnerstag, 29. Juli, um 21.05 Uhr auf ORF 2 erstmals zu sehen sein wird. „Es ist ein etwas anderer Film über die Corona-Pandemie – ein filmisches Essay über Dummheit, Vorsicht und Zusammenhänge. Es werden viele Menschen zu sehen sein, die interessante, lustige, aber vor allem auch ernste Dinge erzählen“, erklärt Dolezal im NÖN-Gespräch und ergänzt: „Ich glaube, dass der Film niemanden kalt lassen wird.“

„Gesellschaftliches Problem“

Der Titel „IchBinPositiv“ wurde von Dolezal bewusst gewählt. „Der Titel soll ausdrücken, dass Corona uns alle betrifft – als gesellschaftliches Problem, egal ob infiziert oder nicht.“

Den gesamten Film hindurch wird es zudem viel Musik zu hören geben – von Christian Kolonovits, aber auch von Queen. Satirische Spielszenen mit Angelika Niedetzky und Joesi Prokopetz sowie visualisierte Thesen berühmter Philosophen, wie etwa Jean Paul Satre oder Immanuel Kant, runden das Essay ab.

Bereits in den 1990er Jahren hat Dolezal einen Film über ein damals aktuelles Thema gedreht: Aids. „Nach dem Tod von Freddie Mercury habe ich aus Wut einen Film über Aids gemacht. Jetzt mache ich einen ähnlichen Film, nur zur Corona-Pandemie“, schildert der Regisseur.

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Auch mit dem langjährigen Assistenten von Freddie Mercury, Peter Freestone, hat Dolezal gesprochen.
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Die Entscheidung, den Film für den ORF zu drehen, fiel ihm nicht schwer. „Ich habe mit 17 Jahren beim ORF begonnen, ich habe da ein bisschen eine nostalgische Beziehung. Auf der anderen Seite empfinde ich es ein bisschen als meine Pflicht als Staatsbürger“, meint Dolezal.

Er habe mit vielen gesprochen, die sich nicht impfen lassen, er sieht die Impfung allerdings als einzige Chance, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Mithilfe des Films möchte er deshalb auch dazu anregen, mehr über das Thema Corona nachzudenken. „Ich will Emotionen wecken und Stellung beziehen für logisches Denken und historische Zusammenhänge. Natürlich ist der Film auch ein Plädoyer für das Impfen und vor allem dafür, aus der Pandemie zu lernen – denn Covid-19 ist noch nicht vorbei.“

Genesene erzählen ihre Geschichte

Zu Wort kommen unter anderem die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera, und Regisseurin Eva Spreitzhofer, die beide mit Covid infiziert waren und mittlerweile wieder genesen sind. Spera wird dabei auch über jüdische Bräuche und den Zusammenhang mit Seuchen und Pandemien sprechen. „Im jüdischen Glauben ist das Händewaschen schon seit Jahrhunderten etwas sehr Wichtiges. Wenn man zu jemandem zu Besuch kommt, werden dort als erstes die Hände gewaschen. Deshalb sind die Juden früher weniger von Seuchen betroffen gewesen“, schildert Dolezal vorweg.

Auch Tony Zawinul aus Los Angeles, Sohn der Jazzlegende Joe Zawinul und Bruder des an Covid-19 verstorbenen Erich Zawinul wird seine Geschichte erzählen. Aber auch Dolezal selbst wird vor der Kamera seine Erlebnisse teilen. „Zu Beginn der Pandemie war ich in Miami. Damals hat dort noch keiner Maske getragen“, schildert er.

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Die Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera, war selbst infiziert und hat Dolezal ihre Geschichte erzählt.
privat, privat

In einer eigenen kleinen Frequenz werden auch Bundeskanzler Sebastian Kurz und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig zu dem Thema Stellung beziehen.

Als besonderen Teil des Films beschreibt der Purkersdorfer das Gedenken an die Toten. „Dazu gibt es ‚The World that we created‘ von Freddie Mercury zu hören“, erzählt Dolezal.