Rudi Dolezal wurde um rund 60.000 Euro geschädigt. Rudi Dolezal wurde von Assistent, der Zugang zu Firmenkonto hatte, um rund 60.000 Euro geschädigt.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 20. Februar 2020 (03:53)
Der Name Rudi Dolezal ist nach der Verhandlung – wie er sagt – wieder „reingewaschen“.
Melanie Baumgartner

Wegen Urkundenfälschung und Untreue mit einem Schadensbetrag von knapp 60.000 Euro musste sich ein 27-Jähriger aus dem Bezirk St.Pölten am Landesgericht St. Pölten verantworten. Der Geschädigte ist niemand Geringerer als der Purkersdorfer Produzent Rudi Dolezal mit seiner Firma DoRo GmbH.

Der Angeklagte war Assistent der Geschäftsleitung und hatte Zugriff auf das Firmenkonto. Ihm wird vorgeworfen, unter anderem Geschäfte über seine eigene Firma, deren Alleingesellschafter er war, abgewickelt, und so dem geschädigten Unternehmen höhere Beträge verrechnet zu haben. Außerdem habe er laut Anklageschrift Fahrtkosten in Wert von 20.000 Euro sowie Beträge für Konsumationen, die nie stattgefunden haben, verrechnet. Zudem habe er sich selbst das Gehalt eines Angestellten auf sein Konto überwiesen. Im Namen von Rudi Dolezal hat er ein Dokument ohne dessen Zustimmung unterschrieben, weshalb er sich jetzt auch wegen Urkundenfälschung verantworten muss.

Die beiden haben sich in einem Gasthaus in Purkersdorf kennengelernt, in dem Dolezal regelmäßig Gast und der 27-Jährige als Kellner tätig war. Dort kamen sie auch ins Gespräch. „Mein Finanzbeauftragter ist im Sommer 2016 gegangen. Er (Anm. der Angeklagte) hat mir gesagt, dass er etwas mit Finanzen studiert und gefragt, ob er ein Ferialpraktikum bei mir machen könne“, erinnert sich Rudi Dolezal vor Gericht. „Da er das Praktikum zu meiner vollsten Zufriedenheit absolvierte, stellte ich ihn schließlich ein“, so Dolezal weiter.

Kurz nachdem er aber bei der DoRo GmbH angestellt wurde, habe der Angeklagte auch seine eigene Firma gegründet. Über diese Firma hat der 27-Jährige Mieträumlichkeiten angekauft und diese der DoRo GmbH teuer weitervermietet. Gegründet hat er die Firma über den Anwalt von Rudi Dolezal, erklärt er. „Als ich draufgekommen bin, was los ist, habe ich meinen Anwalt kontaktiert. Dieser hat mir allerdings gesagt, dass er mir nicht helfen könne, weil er von der Firmengründung gewusst hat“, so der Geschädigte.

Unterschrift wegen Internet gefälscht

Die Unterschrift von Dolezal hat der Angeklagte wegen eines Internetanschlusses gefälscht. „Wie haben einen neuen Server bekommen. Dafür war allerdings ein Internetanschluss notwendig. Da Rudi Dolezal aber nicht im Land war, habe ich die Unterschrift gefälscht“, sagt der Angeklagte vor dem Richter.

Der Mann aus dem Bezirk St.Pölten beteuert die ganze Geschichte. „Wenn ich könnte, würde ich alles anders machen. Mir wurde alles zu viel, ich war überfordert“, so der Angeklagte.

Der 27-Jährige wird wegen Untreue und Urkundenfälschung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 17 Monaten und zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je vier Euro rechtskräftig verurteilt. Außerdem muss er 22.672 Euro Schadenersatz zahlen.

Rudi Dolezal zeigt sich erleichtert. „Jetzt ist mein Name wieder reingewaschen. Dieser Vorfall war einer der Hauptgründe für die Insolvenz von DoRo GmbH“, so der Produzent. „Das ist eine kriminelle Energie, die ich in 40 Jahren noch nicht erlebt habe“, fügt er abschließend hinzu.