Scheren-Attacke bei einer Bushaltestelle. 68-Jährige ging mit Schere auf Frau los. Weil sie an Schizophrenie leidet, wird sie vor Gericht in Anstalt eingewiesen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 12. Juni 2019 (12:27)
shutterstock.com
Symbolbild

Bei einer Bushaltestelle wollte eine 68-Jährige Dame heuer im April mit einer Schere auf eine Frau einstechen. Wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung muss sich die Pensionistin nun vor einem Schöffensenat verantworten. Weil sie an paranoider Schizophrenie leidet und zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war, beantragt der Staatsanwalt die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

„Sie ist grundlos auf die beiden Frauen zu, hat versucht auf Halsbereich, Gesicht und Augen einzustechen"

Geständig zu dem Vorwurf ist die Purkersdorferin nicht. „Ich habe keine Schere“, sagt sie. Die Frau an der Haltestelle und deren Begleiterin habe sie nur zur Rede stellen wollen, „weil sie auf meinem Grundstück waren. Ich habe sie aufgefordert, dieses zu verlassen.“

„Sie ist grundlos auf die beiden Frauen zu, hat versucht auf Halsbereich, Gesicht und Augen einzustechen. Es ist zu befürchten, dass die Betroffene auch in Zukunft ähnliche schwere Straftaten begehen wird“, sagt der Staatsanwalt im Prozess.

Das Opfer berichtet von Angst und Schrecken. „Zuerst ist sie auf meine Schwägerin los. Dann hat sie mich an den Haaren zu Boden gerissen, hat sich auf mich gesetzt, mit der Schere in der Hand, und wollte zustechen. Meine Schwägerin hat sie von mir weggezogen“, erzählt die 35-jährige Schwedin.

„Die Betroffene kann Handlung nicht steuern und Unrecht nicht erkennen. Sie ist nicht krankheitseinsichtig“, erklärt ein psychiatrischer Gutachter vor Gericht. Der Senat spricht die Unterbringung aus.