Slowake kündigte Frauen und deren Familien Gewalt an. Bereits zum dritten Mal wird ein 39-jähriger Slowake wegen derselben Delikte mit Handschellen vor den Richter geführt. Er muss sich wegen Nötigung, Freiheitsentziehung, Körperverletzung, gefährlicher Drohung in mehreren Fällen und Urkundenfälschung verantworten.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:10)
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Bereits vor zwei Wochen hatte eine Frau den Mann schwer belastet und ausgesagt, dass er sie am Hals gepackt, bespuckt und mit dem Umbringen bedroht habe.  Am dritten Verhandlungstag sagt nun auch seine damalige Lebensgefährtin bereitwilliger aus. Der Angeklagte muss den Raum währenddesen verlassen – sie hat sichtlich Angst vor dem Slowaken.

Bei der letzten Verhandlung wollte sie deshalb vorerst gar nicht aussagen. Als sie schließlich doch auf die Fragen antwortete, hat sie mehrmals erwähnt, dass er ihr gedroht hatte, ihre Mutter und ihren Sohn umzubringen. Sie wollte ihn mehrmals verlassen, sei wegen der Drohungen aber immer wieder zu ihm zurückgekommen. Drei Mal hat sie versucht, vor ihm wegzulaufen, erzählt sie dem Richter.

Das bestätigt sie nun am dritten Verhandlungstag. Außerdem habe er sie in einer Pension in Purkersdorf für mehrere Stunden eingesperrt und ihr am nächsten Tag Faustschläge gegen die Rippen und kräftige Ohrfeigen versetzt. Laut Anklageschrift hat er ihr zudem mit einem Nassrasierer Schnittwunden an den Handgelenken zugefügt und ihr gedroht, ihre Haare und ihr Gesicht zu verbrennen. Dazu hat er ihr den Sprühstrahl eines Deosprays gezeigt, den er anzündete.

Richter hegt keinen Zweifel an Aussagen

„Sie hatte Probleme mit einem Türken und mich deshalb gefragt, ob sie bei mir wohnen könne. Ich sollte sie beschützen“, erklärte der Angeklagte dem Richter. Sie habe Geld von ihm gewollt, dass sie dem Türken weitergab. „Ich habe ihr das Geld gegeben. Als ich keines mehr hatte, hat sie mir mit einer Anzeige gedroht“, so der 39-Jährige.

Da der Richter an den Aussagen der Zeugen keine Zweifel hegt und auch ein Chat-Verlauf diese untermauert, wird der 39-Jährige wegen Nötigung, Freiheitsentziehung, Körperverletzung, gefährlicher Drohung sowie Urkundenfälschung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Außerdem muss er an seine damalige Lebensgefährtin 200 Euro Schadensersatz zahlen. Erschwerend beurteilt werden seine einschlägigen Vorstrafen sowie der Fakt, dass es sich um mehrere Vergehen handelt. Als mildernd wertet der Richter ein Teil-Geständnis sowie die lange Verfahrensdauer.