Sternsinger mit Sterne-Rap. Purkersdorfer Kinder läuteten bei über 1.000 Haushalten und sagten ihre Sprüche auf.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. Januar 2019 (03:52)
Roland Grenus
Pfarrer Marcus König stattete mit den Sternsingern den Mitarbeitern des Rathauses und Bürgermeister Stefan Steinbichler einen Besuch ab.

Es hat geschneit und gestürmt in den letzten Tagen. Dennoch ließen es sich viele Kinder nicht nehmen, als Sternsinger von Haus zu Haus zu gehen, um die Frohe Botschaft zu verkünden und Spenden für Kinder der Dritten Welt zu sammeln. Das alles zu koordinieren ist die Aufgabe des neuen Pastoralassistenten der Pfarre Purkersdorf, Björn Ziegerhofer. Der NÖN erzählte er über die Faszination „Dreikönigsaktion“.

An über 1.000 Haustürklingeln läuteten die Heiligen drei Könige in Purkersdorf und brachten ihre Lieder dar. „Es war heuer sogar erstmals ein Sternsinger-Rap von der Dreikönigs-Aktion vorgesehen“, sagt Pastoralassistent Björn Ziegerhofer, der die Aktion für ausgesprochen wertvoll hält. Seit nahezu 50 Jahren gebe es diese und es sei die größte Aktion „Kinder für Kinder“.

Sozialer Aspekt statt Rosenkranzbeten

„Es wird auch gut angenommen und kommt gut an. Das Verständnis dafür ist da, und es wird in Verbindung gebracht mit dem christlichen Glauben“, schwärmt Ziegerhofer. Das christliche Leben spiele sich heutzutage nicht mehr nur in der Kirche ab, „ich gewinne leichter Leute, wenn ich einen sozialen Aspekt bediene, als, beispielsweise dreimal den Rosenkranz zu beten“, so Ziegerhofer.

Er selbst kenne den Brauch des Sternsingens nicht persönlich. „Ich komme aus der Steiermark. Dort sind die Mädchen Sternsingen gegangen und die Burschen mit dem Weihrauchfass in den Raunächten“, erzählt Ziegerhofer.

„Die Sprüche kennen sogar noch Mama und Papa. Vielleicht sogar noch Oma und Opa.“ Björn Ziegerhofer, Pastoralassistent

Die Lorbeeren für die Sternsingeraktion will er aber keinesfalls für sich alleine ernten. Stets betont er den Fleiß der Kinder und vor allem auch das Engagement einer besonderen guten Seele. „Einer ist keiner. Margit Gaugusch legt sich da voll ins Zeug. Und ich bin froh, dass ich sie in meinem Team habe. Sie kennt wirklich alles und jeden in Purkersdorf“, streut Ziegerhofer Rosen. 35 Kinder wanderten unter ihrer Anleitung bei Schneetreiben in Purkersdorf von Tür zu Tür. Darunter auch jene des Rathauses, wo sich die Mitarbeiter ebenfalls über einen Besuch freuten.

Gibt es einen persönlichen Liebling unter den Heiligen drei Königen? – „Früher gab es oft ein Gerangel darum, wer denn der schwarze Melchior sein darf. Doch das ist interessant, dass es das, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gibt“, wundert sich Ziegerhofer. Früher hätte man sich nichts dabei gedacht.

Die Lieder und Sprüche werden jedes Jahr von der katholischen Jugend vorgeschlagen. „Wie gesagt, war da auch ein Sternsinger-Rap dabei. Wir haben es aber traditionell gehalten. Die Sprüche kennen sogar noch Mama und vielleicht sogar Oma und Opa“, erklärt Ziegerhofer.