Purkersdorf

Erstellt am 03. Oktober 2017, 09:35

von Martin Gruber-Dorninger

Tuberkulose-Fall in Schule: „Haben alles im Griff!“. Bei einem Schüler wurde Infektionskrankheit diagnostiziert. Schule und Bezirkshauptmannschaft leiteten sofort nötige Schritte ein. Röntgenbus kommt zur Sicherheit.

Gym-Direktorin Irene Ille versucht die Eltern und Schüler zu beruhigen.  |  shutterstock/Kateryna Kon; Seidl

Wirklich entspannt war das Wochenende von Gym-Direktorin Irene Ille nicht gerade. Pausenlos klingelte bei ihr das Telefon, zumeist waren besorgte Eltern am Apparat. Der Grund dafür: Bei einem Schüler wurde Tuberkulose diagnostiziert, eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien übertragen wird.

Ille: „Ich verstehe die Sorgen der Eltern, aber wir haben das wirklich im Griff.“ Das bedeutet, dass alle Richtlinien der Gesundheitsbehörde der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten-Land umgesetzt wurden.

„Ein Lungenfacharzt hat auch festgestellt, dass es sich bei der Infektion nicht um eine offene Tuberkulose handelt. Eine Übertragung der Krankheit ist daher sehr unwahrscheinlich“, erklärt Bezirkshauptmann Josef Kronister gegenüber der NÖN.

Elternabend spontan einberufen

Die Alarmglocken der Eltern schrillten dennoch. Ille berief für Montag sofort einen Elternabend ein. „Ein Lungenfacharzt war anwesend. Er hat über die Krankheit aufgeklärt und alle Fragen geantwortet“, so Ille.

Dass der Schüler derzeit in einem Asylwerberheim wohnhaft ist, bestätigt Christian Lenhardt, Pressesprecher des Vereins menschen.leben: „Die Bezirkshauptmannschaft führt regelmäßig Gesundheitschecks bei unseren Bewohnern durch. So wurde auch die Krankheit festgestellt.“

Röntgenbus steht zur Verfügung

Bürgermeister Karl Schlögl lobt die professionelle Reaktion der Schule und der Bezirkshauptmannschaft. Dies tut auch FP-Gemeinderat Martin Cipak, der dem jungen Mann gute Besserung wünscht. „Vom Verein menschen.leben hätte ich mir bessere Kommunikation gewünscht“, so Cipak.

Am Mittwoch wird im Gymnasium ein Röntgenbus zur Verfügung stehen, damit sich alle, die wollen, auf eine Tuberkulose-Infektion untersuchen lassen können, „damit jeder, der verunsichert, Sicherheit bekommt“, wie Kronister betont.