Verein ArtPlus saniert Haus für Kunst und Kultur. ArtPlus richtet Gebäude her. Entstehen soll ein Ort der Begegnung.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:07)
Kindler
Bürgermeister Stefan Steinbichler und Kultur-Stadträtin Ingrid Schlögl übergaben das Haus in Purkersdorf an Johanna Knie (ganz vorne), Obfrau vom Verein ArtPlus. Die Farben für die Renovierung stehen schon bereit.

Zerbrochene Fliesen liegen auf dem Boden, alte Tapeten hängen von der Wand und Spinnweben sind an jeder Ecke zu finden – das 110 Quadratmeter große Haus in der Hardt-Stremayer-Gasse 9 ist derzeit noch kein Ort, an dem man sich besonders gerne aufhält.

Das soll sich aber demnächst ändern. Denn der Verein ArtPlus unter Obfrau Johanna Knie will das Haus sanieren und einen kreativen Treffpunkt daraus machen. Und die Obfrau sprüht schon vor Ideen: „Die Fassade wird knallgelb, eventuell mit Fliesen drauf. Auch Graffiti-Kunst ist geplant. Und im Garten soll eine gemütliche Laube entstehen.“

Knallgelbe Fassade für Haus

Gemeinsam mit den Mitgliedern will sie die Umgestaltung umsetzen. „Sie können entweder mithelfen oder auch einen finanziellen Beitrag leisten. Ich bin überzeugt, wir schaffen das. Ich habe mein eigenes Atelier auch selbst adaptiert“, ist Knie voller Tatendrang. Im Gebäude sollen die Künstler Platz zum Malen haben und auch ihre Werke zum Trocknen dort lassen können.

„Jeder Künstler wird das Haus nutzen können. Aber auch Nicht-Mitglieder sind natürlich herzlich willkommen“, sagt Knie. Angeboten werden Malkurse sowie Kinder-Kreativ-Geburtstage. „Die Vision für ein Künstlerhaus gibt es schon länger und jetzt wird sie umgesetzt“, freut sich Knie. Geht es nach Kultur-Stadträtin Ingrid Schlögl, dann könnte schon im Herbst die erste Vernissage im Künstlerhaus stattfinden.

„Wir suchen noch nach einem passenden Namen. Ich könnte mir zum Beispiel etwas wie ‚Künstlerei‘ gut vorstellen“, schlägt Schlögl vor. Beim monatlichen Stammtisch von ArtPlus soll darüber abgestimmt werden.

„Wir suchen noch nach einem passenden Namen. Ich könnte mir zum Beispiel etwas wie ‚Künstlerei‘ gut vorstellen“

Dass für die Künstler eine Bleibe entsteht, freut auch Bürgermeister Stefan Steinbichler: „Ich erhoffe mir, dass im Haus die Kreativität sprüht. Wenn sich zwei Personen treffen, sollen drei Ideen dabei rauskommen.“ Nach dem Auszug der Mieterin sei überlegt worden, das Haus zu renovieren und eine Wohnung daraus zu machen. „Aber das hätte sehr viel Geld gekostet. Ein Künstlerhaus ist die bessere Idee“, findet Steinbichler.

ArtPlus kommt für Betriebskosten auf

In der Sitzung wurden die Weichen gestellt. Einstimmig beschlossen wurde, dass das Gebäude, dass sich seit Jahrzehnten in Gemeindebesitz befindet, ArtPlus als Prekarium, eine Sonderform der Leihe, übergeben wird. Der Verein übernimmt die 95 Euro Betriebskosten pro Monat und kümmert sich um Renovierung und Pflege des Gartens. Für die Gemeinde entstehen keine Kosten.