Erstellt am 07. März 2018, 05:11

von Lisa-Maria Seidl

Sind Skikurse heute noch zeitgemäß?. An der Schöffelschule gab es heuer ein alternatives Programm. Am Gymnasium sind unter anderem die Kosten ein Thema.

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Jedes Jahr tummelt sich im Rahmen von Schulskikursen und Wintersportwochen eine Vielzahl von Schülern auf den Pisten der Wintersportorte in Österreich. Doch ist diese Tradition noch zeitgemäß?

Nein, lautete die Antwort an der Schöffelschule. Daher findet dieses Schuljahr kein Skikurs statt. Für viele Schüler sei Skifahren schlicht kein selbstverständlicher Breitensport mehr. „Die Zahl der Schüler, die am Schulskikurs als Anfänger oder gar nicht teilnahmen, war im Steigen begriffen“, so Direktorin Margarethe Koncki-Polt. Ein wichtiger Grund dafür sind die steigenden Kosten etwa für Ausrüstung oder Liftkarten.

„Die Erfahrungen zeigten, dass das Ziel der Stärkung des sozialen Miteinanders mit mehrtägigen Schulveranstaltungen nicht optimal verfolgt werden kann, da die Teilnahme freiwillig ist und dadurch nicht die gesamte Klassengemeinschaft davon profitieren kann“, begründet Koncki-Polt weiter.

Projekttage als mögliche Alternative

Als Alternative wurden im ersten Semester monatliche Projekttage für alle Klassen durchgeführt (die NÖN berichtete). Im zweiten Semester werden ein- und mehrtägige Schulveranstaltungen etwa zu den Themen Sprache, Sport und Kreativität angeboten.

„Wir evaluieren unsere Schulveranstaltungen und denken weiterhin über verschiedene pädagogisch wertvolle Angebote nach, damit wir unseren Schülern zeitgemäße und bedarfsorientierte Angebote machen können“, betont die Mittelschuldirektorin.

Anders sieht es am Gymnasium aus. Dort fahren die 2. und 3. Klassen auch heuer auf Wintersportwoche. „Unsere zweiten Klassen sind gerade in Saalbach“, berichtet Direktorin Irene Ille.

Die Teilnahmequote sei über die Jahre annähernd gleichgeblieben, nur wenige Schüler würden sich gegen eine Teilnahme entscheiden, und das meist aus Krankheitsgründen. Zudem seien auch Schüler, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an den Wintersportaktivitäten teilnehmen können, eingeladen mitzufahren. Für diese Schüler finanziert der Elternverein eine zusätzliche Lehrperson. „Das ist besser für die Gruppendynamik“, so Ille.

Finanzielle Bedenken bei Skikursen

Was die finanziellen Bedenken betrifft, gibt es Förderungen von Staat und Elternverein. „Auch versuchen wir, die Woche jedes Jahr so günstig wie möglich zu organisieren“, erklärt Ille. Das sei aber aufgrund von steigenden Preisen nicht einfach. „Es wäre gut, wenn die Skiorte den Schulen hier etwas entgegenkommen würden.“ Ein Umdenken findet bereits statt: Neben dem klassischen Ski- und Snowboardkursen werden etwa auch Winterwanderungen angeboten.

Von Lehrerseite gibt es aktuell keine Probleme: „Gott sei dank habe ich noch genug Lehrpersonen, die mitfahren. Für diese ist dies nämlich keineswegs wie Urlaub. Das ist eine enorme Verantwortung“, betont Ille.

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