Region Purkersdorf stellt zwei Minister. Purkersdorfer Herbert Kickl wird Innenminister, Gablitzer Hartwig Löger übernimmt überraschend das Finanzressort.

Von Martin Gruber-Dorninger. Update am 18. Dezember 2017 (09:46)
APA Herbert Neubauer

Die jahrzehntelange Tradition der Ministerstadt Purkersdorf findet in der neuen Regierung eine Neuauflage. Robert Lichal, Claudia Bandion-Ortner, Andrea Kdolsky und nicht zuletzt Bürgermeister Karl Schlögl, wissen  seit Jahren um die Lebensqualitäten der Stadt im Wienerwald Bescheid. Nun wird die Liste um zwei weitere Minister in der neuen Regierung ergänzt.

FPÖ-Stratege Herbert Kickl beerbt Wolfgang Sobotka im Innenressort. Dies kam nicht weiter überraschend, da die Beteiligung des Purkersdorfers in der neuen Regierung schon länger im Gespräch war.

Anders ist die Situation hingegen bei Hartwig Löger, der bisher Vorstandsvorsitzender bei der Uniqa-Versicherung war. Er und seine Familie leben in Gablitz und haben einen engen Bezug zu Purkersdorf. Lögers Kinder besuchten hier die Schulen und er selbst sorgte stets für Sponsoring beim Purkersdorfer Open Air Sommer.

Direkter Draht in die Regierung

Purkersdorfs Bürgermeister und Innenminister von 1997 bis 2000 Karl Schlögl, bot Kickl bereits an, seine Erfahrungen austauschen zu wollen. „Bisher ist er noch nicht auf mich zugekommen aber ich bin jederzeit bereit dafür.“ Schlögl sieht in der kommenden Legislaturperiode die Herausforderungen des neuen Innenministers vor allem in der Bekämpfung des europaweiten Terrorismus, eine Senkung der Kriminalitätsrate und vor allem eine massive Aufstockung des Personals in der Exekutive. „Die Zusammenlegung der drei österreichischen Geheimdienste wäre ebenfalls ein Jahrhundertprojekt, an dem ich damals auch gescheitert bin“, zählt Schlögl die Herausforderungen auf.

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Über Löger sagt Schlögl nur Gutes: „Es ist eine große Überraschung, dass er im Regierungsteam auftaucht. Aber ich weiß um seine Qualitäten Bescheid und man sollte ihn keineswegs unterschätzen.“ Er sei sich darüber hinaus sicher, dass Löger schnell das Politikerhandwerk erlernen wird.

Für die gesamte Region Purkersdorf habe es, so Schlögl, natürlich Vorteile einen direkten Draht in die Regierung zu haben. „Warum so viele Minister in Purkersdorf wohnen erklärt Schlögl so: „Die Stadt hat alle Vorzüge vom Leben am Land und jene der Großstadt Wien in sich vereint.“

Zur gesamten Regierungsbildung hat Schlögl auch eine Meinung: „Es sieht so aus, als ob die FPÖ es nun so macht, wie die ÖVP es bei der SPÖ gemacht hat, und als eigentlicher ,Juniorpartner der Regierung‘ die wichtigsten Ressorts besetzt. Dass Bundeskanzler und Finanzminister aus einer Partei kommen ist aber wichtig. Neben den beiden Ministern sitzen noch mit Michaela Steinacker und Dagmar Belakowitsch-Jenewein zwei weitere Purkersdorferinnen im Nationalrat.

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