Urlaub im Winter: Sorgen hemmen Urlaubslust. Region Pukrersdorf: Unsicherheiten, die Corona mit sich bringt, schlagen sich auf Buchungen nieder. Hütten sind aber sehr beliebt.

Von Kristina Veraszto und Monika Närr. Erstellt am 25. November 2020 (04:01)
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Die Corona-Pandemie hat heuer schon einige Urlaubspläne durchkreuzt. Und durch den neuerlichen Lockdown scheint nun auch die Wintersaison alles andere als sicher zu sein. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent hat bei 500 Österreichern nachgefragt, wie es mit der Urlaubsfreudigkeit in der Wintersaison bestellt ist. Dabei gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie aufgrund der Unsicherheiten wegen Corona auf einen Winterurlaub verzichten werden . Auch Alice Berger, die in Purkersdorf ihr Büro „Bergers Reisewelt“ betreibt, bemerkt bei ihren Kunden diesen unglücklichen Trend. „Bei allen Unsicherheiten ist es klar, dass die Kunden nicht an das Buchen denken“, sagt Berger.

NOEN

Das sei nicht nur bei Skiurlauben, sondern auch bei Auslandsreisen der Fall. Derzeit könne man ohne Bedenken zum Beispiel auf die Seychellen oder nach Dubai fliegen. „Aber die Kunden wissen ja nicht, ob sie überhaupt zum Flughafen fahren dürfen. Die Fahrt gehört nicht zu den fünf Grundbedürfnissen“, so Berger. Eine größere Nachfrage gebe es bei den Hütten. Mit diesen sei man flexibler, als während eines Hotelaufenthalts. Zudem könne man seinen Urlaub im kleinen Kreis mit der Familie verbringen, fasst die Reisebüro-Inhaberin zusammen. „Die Hütten sind gut gebucht. Da muss man schnell sein“, sagt Berger. Die Umgebung der Hütten würden meist auch ein Alternativ-Programm ermöglichen, falls die Ski-Lifte geschlossen bleiben. Familien könnten zum Beispiel wandern gehen, meint Berger.

„Es wird uns fehlen, wenn wir nicht fahren können. Wir warten momentan ab.“ Elisabeth Putzgruber

Die Purkersdorferin Elisabeth Putzgruber, Trainerin für Herz-Rhythmusmeditationen, fährt seit zehn Jahren im Winter mit Mann, Kindern und Enkelkindern zum Skiurlaub auf eine Selbstversorgerhütte nach Pruggern bei Schladming. Mittlerweile sind sie elf Personen, manchmal kommen auch noch Freunde nach. „Wenn nur die Lifte geschlossen bleiben und wir uns selbst versorgen dürfen, werden wir auch diesmal fahren und halt im Schnee und am Berg spazieren gehen“, so die Oma von fünf Enkelkindern. Und weiter: „Gastronomie in dem Sinne brauchen wir ja auch nicht.“

Ihre Buchung lassen sie vorerst aufrecht: „Es wird uns fehlen, wenn wir nicht fahren können. Wir warten momentan ab, ob letztlich niemand, alle oder nur ein Teil auf die Alm kommt“, so die Naturliebhaberin.

Andernfalls hat sie beschlossen, sich auf die steirischen Wintertage 2022 zu freuen und heuer im Wienerwald spazieren zu gehen. Jedenfalls abgehalten werden aber die zum Urlaub gehörenden Spieleabende: „Das machen wir jetzt schon alle gemeinsam über Zoom und werden wir in den Ferien beibehalten“, meint sie dankbar über den Familienzusammenhalt.

Reisebegeistert ist im Normfall auch Michael Cech, Bürgermeister von Gablitz. Der Ortschef hatte eigentlich geplant, im Winter der Sonne entgegen zufliegen und einen Urlaub in Florida (USA) zu verbringen. „Das haben wir aus gutem Grund abgesagt“, so Cech und fügt hinzu: „Ich freue mich auf einen schönen und weißen Winter in Gablitz.“

Umfrage beendet

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