Absage von Festen: Feuerwehren beklagen Einbußen. Region Purkersdorf: Bezirksfeuerwehrkommando empfiehlt, heuer keine Feste zu veranstalten. Feuerwehren beklagen Einbußen.

Von Melanie Baumgartner, Markus Huebmer und Birgit Kindler. Erstellt am 23. Juli 2020 (04:24)
Rät von Veranstaltungen ab: Bezirkskommandant Georg Schröder.
Bezirksfeuerwehrkommando

In Stadt und Bezirk St. Pölten sollen heuer keine Feuerwehrfeste stattfinden. Diese einstimmig beschlossene dringende Empfehlung ging kürzlich an alle 127 Feuerwehren, teilt Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder mit. „Aus heutiger Sicht werden sich alle Feuerwehren daran halten. Als Blaulicht-Organisation müssen wir an das Thema Veranstaltungen in Corona-Zeiten vorsichtig herangehen. Neben der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft gibt es noch einen weiteren Faktor: die Solidarität mit der Gastronomie, die von der Corona-Krise hart getroffen wird“, so Schröder. Ein absolutes Verbot von Veranstaltungen sei diese Empfehlung nicht, die Letztentscheidung liege beim jeweiligen Kommandanten.

Lange hatte die Freiwillige Feuerwehr Pressbaum geglaubt, ihr Fest auch heuer durchführen zu können. Bei der Bezirkshauptmannschaft wurde dafür sogar ein Präventionskonzept eingereicht. „Das wurde allerdings nicht zur Kenntnis genommen“, teilt Bernhard Mlynek, Leiter des Verwaltungsdienstes der Feuerwehr Pressbaum mit. Ein weiterer Grund sei, dass die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen nicht kompatibel mit dem Festbetrieb seien. „Fixe Sitzplätze zuweisen wäre nicht möglich gewesen. Auch die Schausteller hätten keine Bewilligung bekommen. Irgendwann mussten wir die Reißleine ziehen“, weiß Mlynek.

Drei Tage dauert das Fest für gewöhnlich in Pressbaum, 1.000 Gäste wären pro Tag gekommen. Durch den Ausfall muss die Feuerwehr mit finanziellen Einbußen kämpfen. „Wir planen aber eine Alternative als Online Veranstaltung“, fügt er hinzu. Das Maibaumaufstellen, die Sonnwendfeier und nun auch noch eine geplante zweitägige Veranstaltung im Herbst: Die Freiwillige Feuerwehr Wolfsgraben musste für kommenden September auch das Familienfest beim Feuerwehrhaus absagen. „Es ist eine wirtschaftliche Katastrophe“, bedauert Kommandant Christian Lautner die Situation. 70 Prozent der Einnahmen kommen aus den Festen. Finanziell ist das nicht ausgleichbar.

Unterstützung bei Haussammlung

Unterstützen kann man die Feuerwehr aber trotzdem: Jedes Jahr organisieren die Florianis eine Haussammlung. Da diese immer im Herbst stattfindet, besteht die Hoffnung, dass die Bevölkerung die Kameraden auf diesem Weg unterstützt. Hilfe aus dem NGO-Fond dauere lange und sei nicht akut abrufbar. Den Empfehlungen seitens des Bezirkskommandos folgt die FF Wolfsgraben zur Gänze: „Wir halten diese Empfehlungen grundsätzlich für klug“, sagt Christian Lautner, der auch stellvertretender Abschnittskommandant ist. „Es ist das Risiko nicht wert, die Gesundheit zu gefährden oder sogar eine Clusterbildung zu riskieren.“ Dass es bis auf Weiteres keine Veranstaltungen gibt, sei auch hinsichtlich der Einstellung der Gäste nur richtig, denn: „Die Leute gehen derzeit ohnedies weniger weg“, sagt Lautner.

Auch in Mauerbach hält man sich an die Empfehlung des Bezirksfeuerwehrkommandos. Bei der FF Steinbach wäre das Fest vergangenes Wochenende über die Bühne gegangen. Hier beklagt man nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch den gesellschaftlichen Verlust. „Das Zusammenkommen mit der Bevölkerung fehlt heuer einfach“, so Kommandant Dominik Kerschbaumer. Hinsichtlich des finanziellen Aspekts meint Kerschbaumer: „Einige Projekte müssen wir nach hinten verschieben. Große Anschaffungen haben wir aber zum Glück keine geplant.“ Hingegen bei der FF Mauerbach müssen nächstes Jahr neue Atemschutzgeräte angekauft werden. Dementsprechend ist die Absage des Festes heuer ein großer Verlust. „Zunächst hätten wir versucht, das Fest auf September zu verschieben, aber wir halten uns natürlich an die Empfehlung des Bezirksfeuerwehrkommandos“, erklärt Kommandant-Stellvertreter Lukas Bauer. Er hofft auf Unterstützung der Gemeinde, denn „die Geräte müssen angeschafft werden“, so Bauer.