AMS-Wechsel: „Übergabe erfolgt nahtlos“. Jobsuchende der Region Purkersdorf werden nun von Landeshauptstadt St. Pölten aus betreut.

Von Martin Gruber-Dorninger und Mario Kern. Erstellt am 02. Februar 2017 (05:20)
NOEN, Martin Gruber-Dorninger
AMS-Tulln Geschäftstellenleiter Hans Schultheis übergibt die Agenden der Region Purkersdorf an AMS-St. Pölten Geschäftsstellenleiter Thomas Pop.

Der neue vergrößerte Bezirk St. Pölten-Land brachte auch Veränderungen sowohl beim AMS (Arbeitsmarkt Service) als auch bei den gemeldeten Kunden. Die Geschäftsstelle wandert für die Menschen aus der Region Purkersdorf von Tulln nach St. Pölten. „Die Herausforderung war groß, aber wir haben die Umstellung nahtlos geschafft“, ist der Tullner Geschäftsstellenleiter Hans Schultheis, der bislang für die Region zuständig war, überzeugt.

Zwölfmonatige Vorbereitungszeit für Übergang

Unter den knapp 30.000 Einwohnern, die der Bezirk St. Pölten-Land durch die Region Purkersdorf dazugewonnen hat, waren beim Wechsel zum Jahresende knapp 1.000 auf Arbeitssuche. Deren Betreuung hat das Arbeitsmarktservice St. Pölten vom AMS Tulln übernommen. In zwölfmonatiger Vorbereitungszeit haben St. Pöltens Leiter Thomas Pop und sein Tullner Kollege Hans Schultheis den Wechsel der Arbeitssuchenden auf Schiene gebracht.

Zudem waren räumliche Veränderungen im AMS-Gebäude in der Daniel-Gran-Straße in St. Pölten vonnöten, um fünf neue Mitarbeiter aufnehmen zu können. Davon betreut ein Mitarbeiter die 170 Unternehmen, die seit dem Jahresanfang dem erweiterten Bezirk St. Pölten-Land angehören.

„Herausforderung problemlos geschafft“

„Die zeitgerechte und persönliche Information der Kunden sowie die Überstellung aller Datensätze aus den sechs Gemeinden waren eine große Herausforderung“, erläutert Thomas Pop.

Für die 960 arbeitslos gemeldeten Personen, die zu den 7.448 Arbeitssuchenden aus dem übrigen Bezirk hinzukommen, ändern sich die Adresse und die Ansprechpartner – bestehende Vereinbarungen werden aber auch in St. Pölten eingehalten.

Unter den „Neuankömmlingen“ seien viele gut ausgebildet, erklärt Hans Schultheis. „Wir haben weniger Facharbeiter, aber viele Dienstleister und Angestellte.“ Sie orientieren sich fast gänzlich am Wiener Arbeitsmarkt, so Schultheis.

Absage für Purkersdorfer Außenstelle

Dem Wunsch einer eigenen Außenstelle in Purkersdorf, muss das AMS allerdings eine Absage erteilen. „Wir haben das in Betracht gezogen, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass das etwa doppelt so teuer wäre, wie die Lösung, die wir nun gefunden haben“, erläutert Schultheis, der die öffentliche Erreichbarkeit der St. Pöltner Geschäftsstelle als machbar erklärt. „Der Bahnhof ist etwa fünf Gehminuten von der Geschäftsstelle in St. Pölten entfernt“.

Das Know How und die Kooperationspartner aus Tulln wurden aber auch nach St. Pölten transferiert. „St. Pölten verfügt genauso wie Tulln über ein BerufsInfoZentrum (BIZ). Regional ansässige Arbeitsmarkteinrichtungen wie die Hebebühne in Purkersdorf arbeiten nun nahtlos auch mit dem AMS in St. Pölten zusammen, um Jobsuchende aus der Region zu unterstützen“, erklärt Thomas Pop.

Beide AMS-Leiter rechnen auch 2017 mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Probleme bleiben dieselben, so Pop: „Ältere Personen sowie Kunden, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, sind weiterhin schwer vermittelbar.“