Aufklärungsquote bei knapp 50 Prozent. Bezirkskommandant Gerhard Pichler freut sich über weniger Anzeigen und bessere Mithilfe der Bevölkerung.

Von Beate Riedl und Thomas Werth. Erstellt am 08. Mai 2019 (04:40)
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Im Bezirk St. Pölten ging die Zahl der Anzeigen 2018 im Gegensatz zur Landeshauptstadt zurück. 3.931 Fälle bedeuten ein Minus von 6,2 Prozent. Allerdings noch deutlicher gesunken, nämlich um 10,3 Prozent, ist die Zahl der geklärten Fälle. Die Aufklärungsquote liegt damit nur mehr knapp über 50 Prozent. „Es gilt, wieder vermehrt in die Ausbildung zu investieren“, meint Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler. Mit der Bilanz des abgelaufenen Jahres ist er aber zufrieden.

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Vor allem die Einbrüche wurden deutlich weniger: Bei Wohnhäusern sank die Zahl um 16,5 Prozent, bei Firmen sogar um 28,5 Prozent. Das bemerken auch die Polizisten in der Region Purkersdorf: „Die Einbrüche in der Dämmerungszeit waren überschaubar“, berichtet etwa ein Pressbaumer Polizist und sein Purkersdorfer Kollege fügt hinzu: „Die Einbrüche und Eigentumsdelikte sind auch bei uns zurückgegangen.“

„Unser Gegenüber wird im ,Verschleiern‘ immer besser.“Gerhard Pichler, Bezirkspolizeikommandant

Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler erklärt: „Generell ist der Bezirk aber ein bevorzugtes Gebiet, wenn es um Eigentumsdelikte geht. Das liegt einerseits an der guten Erreichbarkeit, andererseits leben hier einige sehr finanzstarke Bewohner.“ Der Rückgang der angezeigten Fälle ist für Pichler die Folge vieler Faktoren. Einen wichtigen Beitrag leiste die Bevölkerung: „Sie ist immer mehr sensibilisiert, speziell bei Einbrüchen. Die Menschen sehen den Schutz des Eigentums nicht mehr nur als Sache des Staates.“

Mehr Know-how gegen Cybercrime

Entgegen dem Bundestrend sank im Bezirk die Zahl an Cybercrime-Fällen von 199 auf 174. „Unser Gegenüber wird aber im ,Verschleiern‘ immer besser. Ein Rückgang bei der Aufklärungsquote zeigt, dass das Know-how auf unserer Seite verbessert werden muss“, ist Pichler auch kritisch. Cybercrime ist in der Region immer wieder Thema: „Dabei geht es um kleinere Summen, aber oft auch um ein paar hundert Euro“, erklärt ein Purkersdorfer Beamter.

Dass sowohl die Bevölkerung schlecht informiert und voreilig bei Internetgeschäften handelt, aber auch die Betrüger immer gefinkelter werden, bestätigt ein Pressbaumer Polizist. „Vorsicht ist bei Geschäften im Internet geboten“, warnt er.

„Vorsicht ist bei Geschäften im Internet geboten"

Deutlich gestiegen ist im Vorjahr die Zahl der Ladendiebstähle – von 50 auf 89. „Hier arbeiten die Kollegen aber sehr gut, was sich in der Aufklärungsquote von fast 80 Prozent widerspiegelt“, freut sich der Bezirkspolizeikommandant. Auch der Anstieg der Zahl der Sexualdelikte von 43 auf 49 ärgert Pichler. Erfreulich ist für ihn hingegen der Rückgang bei Körperverletzungen (von 716 auf 657).