Auslaufmodell Schulskikurs: Pistenunterricht gibts noch. Angebote in Region nach wie vor aufrecht. Schulen bemüht um geringe Kosten.

Von Markus Huebmer, Birgit Kindler und Melanie Baumgartner. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:00)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Die Anzahl der Skifahrer in Österreich sinkt, der einstige Volkssport wird immer teurer, für manche unleistbar. Trotzdem haben Schulskikurse beziehungsweise Skitage noch immer Saison.

An der BAfEP Sacre Coeur Pressbaum ist Skifahren im Lehrplan verankert, daher hat der Skikurs eine hohe Bedeutung, teilt Direktor Peter Brunner mit. „Die Schüler fahren in der zweiten Klasse auf Skikurs und nehmen nur nicht teil, wenn gesundheitliche Gründe dagegen sprechen.“ Auslaufmodell sei der Skikurs keines. „Wir fördern das Skifahren auch, indem wir jährlich einen Skitag bei geringen Kosten veranstalten“, informiert Brunner.

Keine Skikurse, sondern Wintersportwochen gibt es an der Mittelschule im Sacre Coeur. „Es ist Ziel, dass alle Kinder teilnehmen. Die soziale Komponente ist genauso stark zu sehen wie die sportliche“, erklärt Direktorin Gerada Stingeder. Der Anteil der Skifahrer und Snowboarder soll möglichst hoch sein, sollte sich ein Kind das nicht zutrauen, könne es andere Sportarten ausprobieren. Die Teilnahmequote liege oft bei 100 Prozent.

Sportequipment wird ausgeliehen

Auch im Gymnasium Purkersdorf nehmen fast alle Schüler an den Wintersportwochen teil. „Das Interesse ist groß“, bestätigt Sportlehrer Günther Biberle. Die Destination ist jährlich ein Skigebiet im Salzburger Pinzgau. Obwohl die Schüler die meiste Zeit auf der Skipiste verbringen, heißen die Aufenthalte Wintersportwochen. „Neben den Skiern und dem Snowboard sind unsere Schüler auch auf den Langlaufskiern unterwegs. Und wir bauen auch Iglus im Schnee“, sagt Biberle. Einen Trend beobachtet der Professor beim Sportequipment: „Mittlerweile verwenden etwa 50 Prozent bereits Material und Kleidung aus dem Ski- und Snowboardverleih. Tendenz steigend.“

Biberle bestätigt, dass der Wintersport nicht billig ist. „Aber wir sind in der glücklichen Lage, jährlich im Bundesschullandheim in Saalbach-Hinterglemm untergebracht zu sein.“ So koste das Gesamtpaket, bestehend aus Vollpension, Liftkarte und Bus zwischen Purkersdorf und Saalbach exakt 393 Euro. Der Elternverein und der Landesschulrat leisten Unterstützung.

„Bei den Skikursen haben die Schüler die Möglichkeit, einander besser kennenzulernen“, argumentiert Landesschulsprecher Konstantin Gründler. Damit auch Schüler aus finanziell schwächeren Familien mitfahren können, werde bei Benefiz-Aktionen gesammelt. „Im Sacré Coeur haben wir zum Beispiel ein Benefiz-Buffet organisiert“, sagt Gründler.

Aus Sparsamkeitsgründen gibt es in der Fachschule Norbertinum in Tullnerbach keinen Schulskikurs mehr. „Wir haben dafür Wintersporttage“, erklärt Direktorin Daniela Marton. Hier gibt es einzelne Tagesangebote. „Bei den Wintersporttagen gibt es Pakete, wo Bus und Lehrer inkludiert sind. Lediglich die Ausrüstung ist selbst zu bezahlen. Die Variante ist sehr kostengünstig.“ Seit zwei Jahren gibt es dieses Konzept nun schon im Norbertinum. Als Vorteil sieht Marton auch die Möglichkeit, andere Sportarten, wie Schneeschuhwandern oder Langlaufen, auszuprobieren.

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