Bei Corona-Impfrate „wäre noch Luft nach oben“

In der Region Purkersdorf sind die Impfraten mit über 70 Prozent hoch. Im Bezirk sollte die Quote allerdings noch steigen.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:45
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8247325_pur49region_purkersdorf_impfbus.jpg
In der Region Purkersdorf macht der NÖ Impfbus regelmäßig Halt.
Foto: privat

Im Bezirk St. Pölten hatten Anfang der Woche 68,8 Prozent der Bevölkerung eine erste abgeschlossene Impfserie, sprich zwei Corona-Impfungen. Ein Blick auf das Dashboard von Notruf Niederösterreich wies am Montag den Bezirk Mistelbach als Spitzenreiter aus. Dort sind 76,4 Prozent der Bürger mit zwei Corona-Impfungen ausgestattet. Schlusslicht ist der Bezirk Scheibbs mit einer Impfrate von 61,6 Prozent. Der Bezirk St. Pölten befindet sich im NÖ-Vergleich im Mittelfeld. Zufrieden ist Bezirkshauptmann Josef Kronister damit nicht: „Ich bin kein Mediziner, aber wenn man sich nach den 80 Prozent richtet, die Experten empfehlen, müsste die Impfrate höher sein. Da wäre noch Luft nach oben.“

Die niedrigste Impfrate im Bezirk gibt es in Stössing, wo nur 53,4 Prozent der Bevölkerung doppelt immunisiert sind. Auch in Loich und in Michelbach ist die Anzahl an Personen, die eine erste Impfserie abgeschlossen hat, mit rund 60 Prozent niedrig.

Spitzenreiter im Bezirk ist zu Redaktionsschluss Mauerbach. Dort sind 76,2 Prozent zweifach geimpft. „Man sieht schon, dass in den städtischen Bereichen im Vergleich zu den ländlichen Gebieten die Impfrate höher ist“, so Bezirkshauptmann Kronister.

In der Region Purkersdorf ist dies leicht zu bemerken: Mittlerweile liegt in keiner Gemeinde die Impfrate unter 70 Prozent. Und die Gemeinden bzw. die Kleinregion „Wir 5 im Wienerwald“ bieten weiterhin Impfaktionen an. In Gablitz, wo 73,5 Prozent der Bevölkerung bereits zwei Impfungen erhalten haben, findet am 15. Dezember die nächste große Impfaktion statt (siehe Seite 22). In Pressbaum wurden am Wochenende 728 Personen geimpft (siehe Seite 28). Mauerbachs Bürgermeister Peter Buchner berichtete zuletzt im NÖN-Gespräch, dass neben den gesundheitlichen Gründen vor allem auch das Wegfallen der Corona-Maßnahmen für viele Bürger ein Ansporn ist, sich impfen zulassen.

Viele Menschen im Bezirk St. Pölten-Land holen sich aktuell auch die „Booster“-Impfung – und das fordert die Ärzte, wie Bezirksärztevertreter Andreas Barnath erzählt: „Die wahre Herausforderung ist die telefonische Beratung der Patienten, die im Dschungel der unklaren Vorgaben der Politik, wann welche Impfung wo und wie lange gilt bzw. aufzufrischen ist, verloren gegangen sind. Der Ordinationsalltag dreht sich fast ausschließlich um dieses Thema und die bisher üblichen Beschwerden wurden massiv in den Hintergrund gedrängt.“

Umfrage beendet

  • Was vermisst ihr im Lockdown am meisten?