Breitband-Ausbau für schnelleres Internet. In der Region Purkersdorf soll das Internet noch schneller werden. Mittel fließen oft an Firmen, die dann ausbauen.

Von Markus Huebmer und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 19. August 2020 (03:11)
Leerverrohrungen gibt es derzeit in der Gemeinde Wolfsgraben keine, weiß auch Bürgermeisterin Claudia Bock.
Kindler

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche schreitet voran. Damit die rasch wachsenden Datenmengen vor allem schneller ihr Ziel erreichen können, hat die Regierung eine Breitbandmilliarde ausgeschüttet. Der Fokus: Der ländliche Raum.

Angekündigt und umgesetzt: Diese finanziellen Mittel wurden nun auch in der Region Wienerwald wirksam. Die Ergebnisse dieser Investitionen sind zwar beim Arbeiten über das Internet merkbar, sichtbar sind die in der Erde verlegten Glasfaserleitungen nicht.

Besonders profitiert von der jüngsten Finanzierungsoffensive der Bundesregierung hat die Gemeinde Wolfsgraben. Die NÖN haben nachgefragt, was in den letzten Monaten passiert ist. Durch Wolfsgraben führt entlang der Hauptstraße (B 13) und hinauf zum A 1-Sendemasten über die Josef-Hutterer-Straße eine Breitband-Glasfaserleitung. „Diese Infrastruktur wurde im Lauf der vergangenen eineinhalb Jahre durch die Firma A 1 errichtet“, berichtet Vizebürgermeister Christian Trojer.

Für die kommenden Jahre ist seitens der Gemeinde der Ausbau dieser Basisinfrastruktur angedacht. „Wir möchten die Haushalte und Siedlungen entlang der Neben- und Gemeindestraßen in einem nächsten Schritt anbinden“, erklärt der Vizebürgermeister.

Dafür ist eine Zusammenarbeit mit der nöGIG Infrastrukturgesellschaft geplant. „Die Gespräche dafür wurden bereits aufgenommen“, sagt der Vizebürgermeister. Momentan sei man dabei zu evaluieren, ob die Voraussetzungen in der Gemeinde der Förderwürdigkeit nach den Richtlinien der nöGIG entsprechen, so Trojer. Zumindest 40 Prozent der Haushalte müssten daran teilnehmen.

Kosten für Gemeinde bleiben gering

Obwohl noch keine Planungen, sondern nur Gespräche dahingehend laufen, sei bereits jetzt klar: „Wenn dieser Ausbau kommt, dann bleiben die Kosten für die Gemeinde Wolfsgraben allenfalls gering“, blickt Trojer in die Zukunft. Der Vorteil, den der Wolfsgrabener Vize sieht, rührt von den Bestrebungen des Landes NÖ, in der Errichtung der Internet-Infrastruktur weitestgehend unabhängig zu sein und der damit einhergehenden Bereitschaft auf Landesebene, diesen Glasfaserausbau auch finanziell zum Großteil zu tragen. Knackpunkt könnte jedoch sein, dass es bis auf die Verlegung der Glasfaser in den nächsten Jahren keinen Grund geben werde, Straßen und Bankette aufzugraben. In Wolfsgraben hat man in den vergangenen 15 Jahren die Kanalinfrastruktur laufend saniert. In den nächsten Jahren sind bei Kanal- und Strom also keine größeren Projekte geplant, was eine anvisierte Glasfaserverlegung nicht beschleunigen dürfte, schätzt Trojer die Situation derzeit ein. Leerverrohrungen gibt es keine. „Wolfsgraben ist heute nicht schlecht angebunden. Mit der Kabelanbindung sind wir, auch seit der Übernahme durch die Kabelplus, sehr zufrieden“, sagt der Wolfsgrabener Vizebürgermeister.

Für Tullnerbach, Pressbaum und Wolfsgraben gilt: „Wir können sofort 22.000 Haushalte im Bezirk St. Pölten-Land anschließen. 7.200 Haushalte nutzen bereits dieses Angebot. Überall dort können wir Produkte bis zu 500 Mbit/s anbieten. Für uns ist in den nächsten Jahren die Verdichtung das Ziel, Ausbauten sind auf jeden Fall denkbar.“ gibt die EVN-Tochterfirma Kabelplus bekannt. In Niederösterreich treiben die landeseigene nöGIG Infrastrukurgesellschaft und die A 1 Telekom Austria AG den Ausbau voran.

In den meisten Fällen bekommen nicht die Gemeinden direkt die Breitbandförderung, sondern jenes Unternehmen, das um die Breitbandförderung angesucht hat und die Versorgung in der betreffenden Gemeinde zur Verfügung stellt, heißt es aus dem für Telekommunikation zuständigen Ministerium. Lediglich wenn eine Gemeinde beispielsweise im Leerrohr Programm oder im Connect Programm selber eingereicht hat, bekommt die Gemeinde die Förderung, so ein Sprecher des zuständigen Ministeriums von Elisabeth Köstinger.

Zu Jahresbeginn hat das Glasfaserkabelnetz von Magenta Telekom in Gablitz, Mauerbach, Purkersdorf und Untertullnerbach ein Upgrade auf Gigabit-Geschwindigkeit erhalten. „Es handelt sich hierbei um die Aufrüstung unseres bestehenden Glasfaserkabelnetzes in diesen Gemeinden“, teilt Magenta-Pressesprecher Lev Ratner mit.

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