E-Mobilität im Alltag: Strom als Kraftstoff ist beliebt. Nutzer erzählen, warum sie sich für ein Elektroauto entschieden haben und was noch verbessert werden muss.

Von Nadja Büchler und Birgit Kindler. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:04)
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Kurvt mit ihrem neuen Elektro-Auto durch Purkersdorf:Claudia Pfeil.

Im Bezirk St. Pölten sind mittlerweile 934 E-Fahrzeuge zugelassen. Die Tendenz ist steigend. „Wir haben seit über zwei Jahren ein Elektroauto und sind sehr zufrieden“, erzählen Steffi Kindler und Gerhard Mittermayr. Das E-Auto ist in ihrem Fall das Zweitauto und wurde für die täglichen Fahrten angeschafft. „Wir wollten ein kleines, kostengünstiges Auto für die Kurzstrecken. Wir haben es zu einem guten Preis gekauft, und es ist in der Erhaltung nicht teuer“, erklärt Mittermayr.

Für Steffi Kindler punktet das E-Auto mit seiner „Spritzigkeit“. „Beim Anfahren an der Ampel können die ‚normalen‘ Autos nicht mit unserem E-Auto mithalten“, freut sie sich. Einen Nachteil sehen die beiden in der Reichweite. „Für den Weg vom Auhofcenter gibt es immer noch keine Lademöglichkeit“, ärgert sich Kindler.

„Beim Anfahren an der Ampel können die ‚normalen‘ Autos nicht mit unserem E-Auto mithalten“

Die Reichweite als Problem sieht auch die Purkersdorferin Claudia Pfeil. „Von Purkersdorf nach Tulln gibt es kaum Tankstellen, hier sollte das Netz noch ausgebaut werden“, meint Pfeil. Die Purkersdorferin hat sich erst vor einigen Wochen ein Elektro-Auto angeschafft, weil ihr altes Diesel-Auto kaputt war.

„Wir wollten einen Beitrag für die Umwelt leisten und das Preis-Leistungsverhältnis hat, aufgrund der Fördermöglichkeiten, auch gepasst“, sagt sie. Bis jetzt hat sie mit ihrem neuen Gefährt sehr gute Erfahrungen gemacht. „Das Auto fährt sich super und ist sehr bequem. Ich nutze es vor allem für die Stadt“, sagt Pfeil. Aus heutiger Sicht würde sie sich wieder für ein E-Fahrzeug entscheiden.

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Seit einiger Zeit nutzt Steffi Kindler ihr Elektro-Fahrzeug in der Region und ist zufrieden damit.

Dass das Elektro-Auto ein Teil der zukünftigen Mobilität ist, davon ist Stefan Kafka vom Autohaus Mann in Pressbaum überzeugt. Im Vorjahr konnten 25 E-Fahrzeuge verkauft werden. Die meisten Abnehmer würden aus dem gewerblichen Bereich kommen, weil dort die Vorsteuerabzugsfähigkeit und der Wegfall des Hinzurechnungsbetrages wesentliche Argument seien.

Absatz blieb hinter den Erwartungen

„Das Elektro-Auto stellt einerseits eine neue Chance dar, ist aber auch eine große Herausforderung. Als endgültige Lösung sehe ich persönlich Kombinationen aus alternativen Antrieben oder Verbrennungsmotoren mit Elektroantrieb“, meint Kafka.

Generell sei der Absatz der Elektrofahrzeuge unter den Erwartungen geblieben. Als Grund dafür sieht auch er die fehlende Infrastruktur für E-Fahrzeuge – nämlich die Ladestationen. „Gepaart mit einer großen Portion Skepsis und eine Zurückhaltung in der Akzeptanz seitens des Käufers“, sagt Kafka.

Kafka erwartet sich aber, dass sich der Markt positiv entwickelt. „Aufgrund der Modellvielfalt wird grundsätzlich ein Wachstum zu erwarten sein. Stark beeinflusst wird die Situation von der Bereitwilligkeit des Staates, den potenziellen Käufern entsprechende Förderungen und steuerschonenden Maßnahmen anzubieten“, ist Kafka überzeugt.

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