Ein meteorologischer Mai für die Geschichtsbücher. Hobby-Meteorologe Peter Madritsch schaut für die NÖN wieder einmal in die Wetterkarte und der Blick hinein verheißt nichts Gutes.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 07. Mai 2019 (20:21)
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Peter Madritschs Empfehlung für die nächsten Tage: „Bringt die Katzen ins Trockene.“

„Dieser Mai wird in die Bücher der jüngsten Wettergeschichte eingehen“, ist der Gablitzer Peter Madritsch überzeugt. Und zwar nicht weil er so warm sein wird, nein, einen dermaßen unbeständigen und kühlen Mai kennen wir nur vor der Jahrtausendwende in Österreich.

„Doch damit nicht genug, es wird noch schlimmer ab Sonntag“, ist Madritsch wenig zuversichtlich, dass das Muttertags-Essen im Freien stattfinden kann. „Dann erleben wir einen weiteren Temperatursturz der Sonderklasse. Erneut trifft das Rezept eines ,worst case szenarios‘ ein“, so Madritsch.

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Auf dem Rücken eines Hochs über dem Atlantik rutscht aus Nord-West erhebliche Kaltluft mit ordentlichem Tempo über Österreich, dies gepaart mit einem Oberitalientief, welches reichlich feuchte Luft zu uns schaufelt.

In den Bergen wird es massiven Schneefall geben, bei uns im Wienerwald starke Sturmböen, erhebliche Regenmengen und Temperaturen zwischen 2°C in der Früh und 9°C als Tagesmaximum. Und das zumindest bis kommenden Mittwoch, wenn nicht sogar darüber hinaus. Leichter Frost ist zwar nicht ausgeschlossen, aber durch den starken Wind unwahrscheinlich. Der Grund für diese weitere „Anomalie" ist der Jetstream. Dieses Starkwindband in der Höhe, welches übrigens der „Dirigent" des Wetters ist, hat erhebliche Nord-Süd Ausschläge.

Wie eine Sinuswelle mit großer Amplitude. Daher kann ungehindert die Kaltluft aus Norden zu uns gelangen, besser gesagt, sie wird regelrecht angesaugt. Zusätzlich verstärkt dies über der Adria die Bildung von Tiefdruckgebieten, die zeitgleich den starken Regen oder in höheren Lagen den Schnee bringen werden. „Es kommen erhebliche Regenmengen im Wienerwald zusammen. Aktuellen Berechnungen zu Folge werden ab dem Muttertag etwa 60 bis 90 Liter pro m2 über die Tage verteilt zusammenkommen. Der scharfe und lebhaft- stürmische Wind zum Wochenstart lädt zusätzlich nicht zur Eröffnung diverser Freibäder ein.

Der Blick in die Zukunft hat aber auch etwas Schönes. „Ab der letzten Maiwoche ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Wetter komplett umschlägt und wir sehr bald Temperaturen um die 27 bis 30°C haben werden. Gegossen ist zumindest dann alles. Vielleicht kann man dann die Grillerei für unsere lieben Mütter nachholen“, hat Madritsch auch gute Nachrichten.

Peter Madritsch hat auf seiner Facebook-Seite, erreichbar unter: heast.at, stets das Wetter im Blick. Einmal monatlich schaut er exklusiv für die NÖN in die Wetterkarte.