Gerhard Kaschnig: „Für sich selbst vorsorgen“. Zivilschutzbeauftragter Gerhard Kaschnig gibt Tipps zur Vorsorge bei Notfällen wie einem Blackout.

Von Beate Riedl. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:03)
Beate Riedl
Gerhard Kaschnig ist Zivilschutzbeauftragter im Bezirk St. Pölten-Land. Er rät, so weit vorzusorgen, dass man im Ernstfall zumindest ein paar Tage über die Runden kommt.

Das Licht ließ sich nicht einschalten, die Kaffeemaschine heizte sich nicht auf und das W-Lan im Haus funktionierte auch wieder nicht. So ging es wohl dem einen oder anderen Pressbaumer, als er am Donnerstagmorgen aufstand. Grund dafür war ein Stromausfall zwischen 5 Uhr und halb 7 Uhr früh laut EVN in rund 8.000 Haushalten in Pressbaum, Tullnerbach, Wolfsgraben, Eichgraben sowie am Riederberg – in manchen Orten für ein paar Minuten, in anderen bis zu eineinhalb Stunden.

Im Umspannwerk der EVN an der Hauptstraße in Pressbaum brach laut EVN-Pressesprecher Stefan Zach durch einen Kurzschluss ein Feuer aus. Die Feuerwehren Pressbaum, Tullnerbach und Rekawinkel, die Polizei sowie EVN-Mitarbeiter hatten die Situation rasch im Griff.

„Jeder sollte zur Eigenversorgung Vorsorge treffen.“ Gerhard Kaschnig, Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes

Der Stromanbieter fuhr das Umspannwerk wieder hoch, und die Stromversorgung konnte wieder hergestellt werden. Während des Einsatzes kam es laut Polizei zu kurzfristigen Anhaltungen auf der Straße, aber zu keinen gröberen Behinderungen.

Im Notfall genug Vorräte für zu Hause

Erst wenn nach einem Stromausfall nichts mehr geht, wird einem oftmals bewusst, wofür man überall Strom braucht. Nicht nur die Kaffeemaschine funktioniert nicht, das Garagentor lässt sich nicht mehr so einfach öffnen, die Heizung fällt aus, und der Bankomat spuckt kein Geld mehr aus.

Einige Stunden ohne Strom stellen wohl kein großes Problem dar, wenn aber einmal mehrere Tage alles „finster“ ist, sieht die Lage schon anders aus – davon betroffen ist man nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern vor allem im öffentlichen Leben bricht vermutliche Chaos aus. Für derartige Worst-Case-Szenarien will der Zivilschutzverband sensibilisieren. Die Folgen eines sogenannten Blackouts können im Privatbereich durch gute Vorbereitung und Vorsorge minimiert werden. „Jeder sollte zur Eigenversorgung Vorsorge treffen“, empfiehlt etwa Gerhard Kaschnig, Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes. So sollten unter anderem wichtige Medikamente, ausreichend Wasser und Lebensmittel immer zu Hause vorhanden sein.

„Zumindest ein paar Tage sollte man sich selbst versorgen können“, rät Kaschnig. Zudem sei es sinnvoll, für eine stromunabhängige Möglichkeit zum Kochen und Heizen zu sorgen, wie Griller, Campinggaskocher, Gasgriller oder Schwedenofen. Ersatzbeleuchtung wie Kerzen und Taschenlampen sowie eine Möglichkeit, Radio zu hören gehören ebenfalls zur Notfall-Vorsorge wie gute Nachbarschaftshilfe. Denn „gemeinsam kann man sich in Notsituationen Arbeiten und Ressourcen aufteilen“, weiß Gerhard Kaschnig, der darauf hinweist, dass es in jeder Gemeinde einen Zivilschutzbeauftragten gibt, der unter anderem Tipps zur Bevorratung und richtiges Verhalten im Notfall geben kann.

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