Region Purkersdorf

Erstellt am 13. März 2019, 03:39

von Claus Stumpfer

Gleich viel Spielzeit für Harmonie. Unsere Klubs begrüßen neue Maßnahmen des Verbands.

Fußball soll vor allem eines: Spaß machen! Manche Erwachsene am Spielfeldrand vergessen das oft.Shutterstock.com  |  Fotokostic/Shutterstock.com

Tobende Mütter, schimpfende Großväter, drohende Väter – die Umgangsformen auf den Fußballplätzen bei Nachwuchsspielen sind oft unschön und keinesfalls kindgerecht. Der NÖ Fußballverband hat das Problem erkannt und will mit einer Plakatkampagne gegensteuern. Erwachsenen Sporplatzbesuchern soll ihre Vorbildfunktion bewusst gemacht werden.

Das scheint bitter nötig, denn wie sollen Jungkicker zu fairen Sportlern heranwachsen, wenn ihnen neben dem Feld etwas komplett anderes vorgelebt wird?

SV-Gablitz-Obmann Andreas Forche sind überehrgeizige Eltern bekannt. „Man sucht dann das Gespräch und damit ist die Sache meist erledigt. Aber so leid es mir für die Spieler auch getan hat, mehrmals mussten wir uns deshalb schon von Talenten trennen!“

Für Forche müssen Trainer und Funktionäre ihre Vorbildfunktion erfüllen. „Wir setzen auf erfahrene Leute, die mit beiden Beinen im Leben stehen, und motivierte Junge, oft Studenten. Da vergreift sich selten einer im Ton!“

Fehlverhalten des Anhangs von Gastmannschaften oder bei Auswärtsspielen ist für Forche vor allem bei Beleidigungen mit rassistischem Hintergrund schwer zu ertragen. „Da fällt es auch mir als Obmann schwer, die Contenance zu wahren“, gibt er zu, in seiner Anfangszeit als Funktionär deshalb auch jemanden im Schwitzkasten gehabt zu haben. „Da habe ich Lehrgeld zahlen müssen“, ist er nicht stolz darauf. Umso wichtiger ist es ihm, die Strukturen beim Nachwuchs weiter zu professionalisieren. „In den nächsten Wochen wird es einen neuen Jugendleiter bei uns geben!“

Dreiergespann von Eltern-Trainer-Verein

USV-Pressbaum-Obmann Michael Schramek schwört auf ein funktionierendes Dreiergespann Eltern-Trainer-Verein, damit alles harmonisch abläuft. „Unsere Jugendteams haben WhatsApp-Gruppen als Kommunikationsmöglichkeit. Außerdem veranstalten wir seit einigen Jahren Elternabende, an denen wir umfassend über unsere Ziele sowie Erwartungen aufklären, und auch sagen, wie der Spielbetrieb funktioniert.“

Kindern die Freude am Fußball zu vermitteln sei primär, aber natürlich wolle man sie auch für die Kampfmannschaft tauglich machen. „Unser KM-Trainer Robert Prokes hat bei anderen Klubs schon Profis herausgebracht“, betont Schramek. Doch eine Tradition bleibt in Pressbaum bestehen: „Bei den jüngeren Jahrgängen bekommen möglichst alle die gleiche Anzahl an Spielminuten, denn dann sind die Eltern zufrieden!“

Bestrebungen, eine Nachwuchsspielgemeinschaft einzuführen, um eine „Elitetruppe Wienerwald“ zu schaffen, hat man in Pressbaum immer eine Absage erteilt. „Dieser Leistungsanspruch hätte die Harmonie gefährdet“, glaubt Schramek. Und er ist stolz: „Bei uns hat es noch nie einen Fall mit Eltern gegeben, der sich nicht durch ein Gespräch hätte lösen lassen.“

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