Hund wurde im Wald erschossen. Nach Tod von „Kay“ setzen Jäger und Privatinitiative auf Prävention.

Von Beate Riedl. Erstellt am 02. Mai 2019 (04:18)
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Laut niederösterreichischem Jagdgesetz dürften Hunde im Wald und auf der Forststraße nicht frei herumlaufen, es besteht Leinenpflicht.halfpoint

Der Schock sitzt tief bei den Besitzern des Hundes Kay und den Mitgliedern der Facebook-Gruppe „Gablitzer Tier-Such- und Fundseite“. Kay, vierbeiniger Liebling einer Gablitzer Familie, wurde am vergangenen Mittwoch von einer Spaziergängerin tot im Wald gefunden.

„Kay dürfte schon am Tag seines Weglaufens, also am 11. April, erschossen worden sein“, so Birgit Toman-Kreutmayr, die Administratorin der Facebook-Gruppe, die sich seit dem Tod von Kay aktiv für Aufklärungs- und Präventionsarbeit für ein konfliktfreies Zusammenleben im Wald zwischen Hund, Hundebesitzern und Jägerschaft einsetzt.

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Birgit Toman-Kreutmayr will Aufklärungs- und Präventionsarbeit leisten.

Wie berichtet, war der einjährige belgische Schäferhund rund zwei Wochen abgängig, nachdem er bei einem Spaziergang im Waldgebiet nahe der Dingelstedtgasse in Gablitz entlaufen war. Er dürfte eine Fährte gewittert haben und verschwand daraufhin im Unterholz. Eine Suchaktion wurde gestartet, Aufrufe in den sozialen Medien gemacht und die Abgängigkeit bei sämtlichen Einrichtungen gemeldet. Leider wurde Kay nur mehr tot gefunden.

„Kays Fall reicht mittlerweile weit über Gablitz und Purkersdorf hinaus und trifft auf großes Interesse“, sagt Birgit Toman-Kreutmayr, die den Fall zum Anlass nimmt, um mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, damit so etwas nicht mehr passiert. „Dieses Thema ist ein nahezu täglicher Konflikt zwischen der örtlichen Jägerschaft und Hundehaltern, wenn diese ihre Hunde auf Wiesen und Feldern sowie im Wald frei laufen lassen“, weiß Toman-Kreutmayr.

„Dieses Thema ist ein nahezu täglicher Konflikt zwischen der örtlichen Jägerschaft und Hundehaltern.“ Birgit Toman-Kreutmayr, Gablitz

Um den Fall zu klären, hat sie auch Unterstützung von der zuständigen Jägerschaft zugesichert bekommen. „Natürlich sind auch wir interessiert an der Aufklärung, aber es wird noch erhoben.“ Im gleichen Atemzug appellieren die Jäger an die Vernunft der Tierbesitzer, ihre Hunde im Wald nicht frei herumlaufen zu lassen. Derzeit sei sehr viel Jungwild unterwegs, auch Vögel brüten im Unterholz. Durch freilaufende Tiere werden Wildtiere unter Stress gesetzt, das solle vermieden werden.

Einsatz für friedliches Miteinander im Wald

In der Zwischenzeit hat auch Birgit Toman-Kreutmayr viel Zeit und Energie investiert und die Homepage www.privatinitiativegablitzimwald.com entworfen, auf der sie Informationen weitergibt und sammelt. Zugleich rührt sie die Werbetrommel und bittet um Unterstützung bei der Sammlung und Umsetzung von Ideen und Projekten.

Vieles schwirrt schon in ihrem Kopf herum, etwa die Errichtung einer Art „Melde-Beschwerde-Hotline“ bei den Österreichischen Bundesforsten. Oder die Erstellung, Ausarbeitung und Gestaltung einer Broschüre, die den Wald, Regeln im Wald und Tiere beschreibt, regelmäßige Gastbeiträge mit Hinweisen zum richtigen Verhalten im Wald auf verschiedenen Kanälen.