Erstellt am 06. März 2018, 10:11

von Martin Gruber-Dorninger

Kältewelle mit Minus 16,8 Grad: Das sind die Helden. Egal ob bei Wasserrohrbruch, Winterdienst, Forstarbeiten oder Postzustellung. Diese Leute halten durch.

Matthias Probszt, Hans Sinn, Baudirektor Nikolaj Hlavka und Mathias Klemmer-Nendwich (v. l.) sind die Purkersdorfer Helden der Kälte.  |  NOEN, Gruber-Dorninger

Da war der Winter schon in der Zielgeraden, der Frühling war bereits fühlbar und dann kommt noch einmal so eine Kältewelle in unsere Region, die sich gewaschen hat. In manchen Gegenden wurde sogar eine Tiefsttemperatur von bis zu 16,8 Grad Celsius gemessen. Das ist für einige schon wirklich unangenehm. Doch wie steht es mit den Menschen, die bei dieser Kälte im Freien arbeiten müssen? Die NÖN befragte einige Helden der Kältewelle.

„Das war nicht mehr lustig“, sagt Purkersdorfs Baudirektor Nikolaj Hlavka über einen Einsatz seines Teams bei einem Wasserrohrbruch in der Florian Trautenberger-Straße. Die Hauptleitung war aufgrund von Temperaturspannungen gerissen. Wassermassen schossen bei minus 14 Grad die Straße herunter, die teilweise sofort vereiste.

„Wir sind von 16 Uhr nachmittags bis zwei Uhr morgens in der Kälte gestanden und haben versucht den Schaden zu beheben.“ Nikolaj Hlavka, Leiter des Bauamtes in Purkersdorf

„Wir sind von 16 Uhr nachmittags bis zwei Uhr morgens in der Kälte gestanden und haben versucht, den Schaden zu beheben“, schildert Hlavka die angespannte Situation, die dann auch ein glückliches Ende fand.

Firma geht aktiv gegen Beschwerden vor

Der Winterdienst verlaufe in Purkersdorf hingegen normal. „Wir brauchen nicht mehr Salz als in den vergangenen Jahren“, so Hlavka. Die Mitarbeiter des Purkersdorfer Bauamtes haben in der Zeit von November bis April Urlaubssperre. „20 Leute sind bei uns im Einsatz“, sagt Mathias Klemmer-Nendwich.

Für die Mitarbeiter der Firma Baustoffe Grasl in Pressbaum war die Kälte kein Problem. „Wir haben unser Gebiet gut im Griff und auch die Fahrzeuge sind problemlos angesprungen“, erzählt Peter Lackner. Kurzzeitig gab es einen leichten Engpass beim Streusalz, ansonsten läuft alles reibungslos. Beschwerden gibt es jedoch immer wieder. Hier hat die Firma Grasl aber selbst die Initiative ergriffen. „Mein Schwager Werner Langthaler betreut eine Facebook-Seite. Früher gab es Behauptungen, es wurde seit drei Tagen nicht mehr geräumt. Dem können wir nun besser entgegnen“, so Lackner.

Förster Fritz Holzinger ist sehr viel draußen unterwegs. Probleme mit der Kälte hat er jedoch auch nicht. „Man muss sich einfach nur dementsprechen warm anziehen“, so Holzinger. Für gewisse Tätigkeiten herrschen durch die Kälte sogar Optimalbedingungen. Der gefrorene Boden erleichtert die Holzbringung sehr. „Dadurch ist es weniger gatschig und es entsteht auch weniger Schaden“, so Holzinger.

Berufsgruppen kämpfen ebenfalls mit der Kältewelle

Eine Berufsgruppe, die auch ständig den Witterungen ausgesetzt ist, sind die Post-Zusteller. Der Purkersdorfer Karl Kotzinger sieht sich noch als Glückspilz, „weil ich mit dem Auto herumfahren darf. Ärmer sind die Kollegen auf den Mopeds dran.“

Einer von ihnen ist der St. Pöltner Karl Weninger. Sechs bis sieben Stunden ist er jeden Tag der beißenden Kälte ausgesetzt. Sein Geheimrezept gegen die Kälte ist, sich mehrere Schichten Kleidung anzulegen, heiße Getränke zu sich zu nehmen und nach der Arbeit ein heißes Bad nehmen. „In diesen Kälteperioden sind bei uns die Krankenstände eher weniger. Nach zwei Wochen häuft sich das aber, meistens dann, wenn es gerade wieder wärmer wird“, kennt Weninger die Grenzen seines Körpers genau.

Die extreme Kälte hatte auch Auswirkungen auf die Technik. Der ÖAMTC hatte alle Hände voll zu tun. In diesem Zeitraum mussten die Pannenfahrer allein in Niederösterreich zu 6.075 Einsätzen ausrücken.